Sag “NEIN” zu Gewalt in der Hundeerziehung!

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Archiv für die 'Allgemein' Kategorie

Kennt ihr den “Ruck & Zuck”-Artikel in der Zeitschrift DOGS zum Einsatz des Leinenrucks?

Erstellt von Claudia am 10. Dezember 2010

Wenn nicht, lest ihn Euch am besten gar nicht erst durch. Es lohnt sich nicht.

Für all diejenigen, die ihn kennen und sich verleitet sehen, doch an ihren Hunden einen fachmännischen Leinenruck einzusetzen, für die habe ich einige Worte des Nachdenkens, den ich in Form eines Leserbriefes an die Zeitschrift übersandt habe.

Warum schreibe ich Euch das? Zum Einen natürlich weil ich hoffe, dass Ihr die alte Leinenruck-Methode nicht an Euren Hunden einsetzt, zum Anderen aber auch, weil ich hoffe, dass Ihr kritisch irgendwelche Trainings-Schematas  hinterfragt. Auch sogenannten "Experten" sind keine "Halbgötter in Anglerweste!" (siehe Flyer zur Kampagne Sag NEIN zu Gewalt in der Hundeerziehung).

„Leserbrief Ruck & Zuck“

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Gewaltfreies Hundetraining

Erstellt von Henrik am 26. April 2010

Auf dem letzten Treffen des Kollegenkreises im Stammhaus von Animal Learn wurde beschlossen, dass dieser Zusammenschluss gewaltfrei arbeitender Hundetrainer sich auf einer eigenen Webseite vorstellen wird.
Diese Webseite ist nun fertig gestellt und unter

http://www.gewaltfreies-hundetraining.de/

erreichbar.


Sie finden dort neben einer Übersicht von gewaltfrei arbeitenden Hundetrainern, Angebote zu Seminaren und Workshops, Büchertipps und interessante Informationen rund um den Hund, seine Haltung und Erziehung.

Alle auf dieser Webpräsenz verzeichneten Hundeschulen haben sich verpflichtet, auf aversive Reize/ Strafreize im Umgang mit Hunden zu verzichten, den Tierschutz zu fördern und sich regelmäßig fortzubilden.


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Drum prüfet, wer sich bindet oder wer Welpenspielgruppen oder Welpenpräge-Tage besuchen möchte

Erstellt von Claudia am 22. April 2010

Viele Menschen, die sich in unserem Tierschutzverein für einen Hund bewerben und im Fragebogen auf die Frage stoßen „Wollen Sie mit Ihrem Hund eine Hundeschule besuchen“, kreuzen in Erwartung, dass wir diesen Umstand ganz sicher begrüßen werden, freudig ein „Ja, natürlich“ an.

In früheren Zeiten hätten wir uns über diese Aussage ganz sicher gefreut. Früher glaubten wir noch uneingeschränkt an die Qualität und die Kompetenz von Hundetraining und Hundetrainer. Ja früher leuchteten unsere Augen, wenn wir hörten, der neue Hundehalter würde sich in fachkundige Begleitung und Führung begeben. Er stünde nicht alleine da, mit den Sorgen und Nöten und vor allem nicht mit seinen vielen Fragen über die „Terra incognita“ Hundehaltung und -erziehung. Es geht schon los beim ersten Einkauf: Halsband oder Brustgeschirr? Flexi oder Lederleine? Kurz oder lang? Schellen oder Halti? Ist der frischgebackene Hundehalter dann erst mal in die Gassi-Runden seiner Umgebung integriert, so führt sich dies fort: Klapps oder Klicker? Alphawurf oder Schnauzgriff? Wattebäusche oder Ignorieren?

Die Zeiten ändern sich und immer mehr Fachleute, Hundetrainer und Tierschützer haben Welpenspielgruppen und sogenannte „Prägetage“ genauestens unter die Lupe genommen. Ein Großteil der Leute, zu denen auch ich gehöre, geben nunmehr den Rat: „Gehen Sie lieber nicht in Welpenspielgruppen!“. Warum das so ist, will ich Ihnen im Folgenden erklären.

Ich persönlich habe aus den vielen Jahren der Tierschutz- und Hundetrainingsarbeit lernen müssen, dass die Grundlagen für späteres Problemverhalten eines Hundes häufig bereits beim Besuch einer schlechten Welpenspielgruppe gelegt wurden. Die in typischen „Welpengruppen“ häufig anzutreffenden Massen-Ansammlungen von Welpen unterschiedlichster Couleur bilden leider einen optimalen Nährboden für ein künftiges Aggressionsverhalten des Welpen gegen Artgenossen.

Ich möchte Ihnen nachfolgend einige Anhaltspunkte dafür geben, ob Sie es mit einer gut geführten Welpenspielgruppe zu tun haben.

Wer mit Geilgeiz-Angeboten wie „Kommen Sie zu unseren kostenlosen Welpenspielgruppen“ lockt, hat deutlich besonders finanzielle Interessen im Sinn. Menschen neigen dazu, bei „kostenlos“ sofort zuzugreifen. Nicht immer ist dieser Charakterzug aber von Vorteil, auch nicht bei der Entwicklung eines Hundes, denn wenn viele Menschen das Lockangebot nicht hinterfragen, werden Sie mit Sicherheit vielen schnäppchenbegeisterten Welpenbesitzern auf dem Hundeplatz begegnen. Wo sich viele Welpen vereinen, sind auch viele Rassen, Größen und Altersgruppen vertreten. Da gibt es die rüpeligen 12-wöchigen Draufgänger-Schäferhunde genauso wie die schüchterne, kleine erst neun Wochen alte Mischlingshündin, die angesichts der Ansammlungen von Welpen am liebsten im Erdboden versinken würde.

Gleich zwei Irrtümern unterliegen wir Menschen an dieser Stelle: Hunde sind zwar keine Wölfe, aber dennoch hörte ich noch niemals, dass sich Welpen verschiedener Rudel, Rassen und Familien zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Tag verabredet hätten, um mal eben ein wenig miteinander zu spielen und in Kontakt zu treten. Diese „Welpentreffen“ kommen weder bei Wölfen noch bei verwilderten Haushunden vor, sondern ist das Produkt einer vom Menschen geschaffenen Idee, die damit begründet wird, die Welpen bräuchten das ja, um Sozialverhalten zu lernen.

Und damit kommen wir gleich zum zweiten Punkt. Was soll unsere kleine, zarte neun Wochen alte schüchterne Mischlingshündin lernen, wenn sie permanent vom 12-wöchigen-Draufgänger-Schäferhund gemobbt und bedrängt wird? Richtig, folgen Sie nur mutig Ihrem Gedanken! Sie lernt in erster Linie, dass Schäferhunde zumeist Draufgänger sind und sich blöde und rüpelig verhalten und dass es besser ist, sie sich vom Leibe zu halten. Kommt dann noch die Jungspund-Labradorwalze hinzu oder der frühreife Mischlingspfiffi „Rammelmeier“ von nebenan, genereralisiert sich diese Einstellung  zu „Artgenossen sind Mist“ in Nullkommanix. Noch kann sich unsere kleine, zarte neun Wochen alte Mischlingshündin nicht wehren, aber wartet, wenn sie groß ist! Schon bevor sie einen anderen Hund nur richtig sehen kann, wird sie giften und wüten, denn Angriff ist eben doch die beste Verteidigung.

Lassen Sie uns im nächsten Schritt einen Blick auf die Beziehungsebene von Frauchen und unserer kleinen, zarten und schüchternen Mischlingshündin werfen.
Während unser schneidiger „Draufgänger-Schäfi“ die Kleine mal so richtig unter seinen Körper begräbt und lernt, wie er andere Hunde eintütet, steht Frauchen steif und wie angewurzelt da und schaut mit hilflosem Blick zum einzigen Hundetrainer auf dem Platz. Der Hundetrainer erfasst glücklicherweise die Situation auf einen Blick („Frauchen braucht dringend Unterstützung!“) und brüllt über den Platz: „Lassen Sie mal! Das machen die unter sich aus! Das schadet denen nix.“ Frauchen unterdrückt also das beklemmende Gefühl in der Bauchgegend und lässt sich nicht beirren, auch dann nicht, als die kleine Zarte vergeblich Schutz hinter den Beinen ihres Frauchens sucht.
Welche Lektion hat unsere Kleine nun gründlich gelernt? -  Zu Frauchen brauche ich gar nicht erst zu kommen, wenn es brenzlig wird, denn sie beschützt mich sowieso nicht. Ich bin völlig auf mich allein gestellt und muss diese Rüpeleien erstmal ertragen. Hilfe von meinen Menschen bekomme ich nicht. Es interessiert sie nicht, ob ich mich gerade sehr ängstige und mich nicht wehren kann.
Erwarten Sie nun, lieber Welpengruppen-Massenansammlungs-Teilnehmer ernstlich, dass der Hund, sobald er dem Baby- und Kleinkinderalter entwachsen ist, hört, wenn Sie ihn rufen oder er nicht aggressiv auf den Anblick von Draufgänger-Schäferhunden reagiert? Sie haben ihm doch systematisch und in vielen Welpenspielstunden beigebracht, eben kein Vertrauen zu Ihnen zu haben und die Sachen nach Möglichkeit alleine zu regeln?! Jetzt regelt er die Sache alleine und Sie sind immer noch nicht zufrieden?

Weitere Negativ-Elemente kommen häufig beim Besuch von Welpenspielgruppen hinzu:

  • Durch die Massenansammlungen unterschiedlicher Welpen entsteht sehr häufig Stress beim jungen Hund, dessen Nervenkostüm noch längst nicht sicher stabil und fest ist. Stress beim Hund funktioniert genauso wie Stress beim Menschen. Es werden Hormone ausgeschüttet, die vielerlei bewirken, z. B. flüssigen oder breiigen Kot. Beobachten Sie Ihren Hund bzw. seine Hinterlassenschaften mal genau, wenn er sich während oder nach dem Besuch des Hundeplatzes löst und machen Sie sich so Ihre Gedanken …
  • Aus lernpsychologischer Sicht ist es unmöglich, in einer Stress-Situation zu lernen. Diesen Fakt können Sie sich sehr leicht verdeutlichen: Nehmen wir die Führerscheinprüfung, in der Sie gerade stecken. Sie sind mittendrin, mussten vorher schon hundertmal aufs Klo und schlängeln sich nun in Ihrer Praxis-Prüfung durch den Nachmittagsverkehr. Ihre Hände schwitzen, denn Sie wollen unbedingt diese Prüfung bestehen. Während Sie versuchen, all ihr Gelerntes bestmöglich anzuwenden, um die Prüfung zu bestehen, möchte ich Ihnen aber als Fahrprüfer den Rechenweg für die Integralrechnung erläutern. Ich setze voraus, dass Sie in der Lage sein werden, meinen Rechenweg und meinen Erläuterungen zu folgen, so dass Sie nachher zu Hause ganz selbstverständlich die Übungsaufgaben meistern werden. Wie absurd dieses Unterfangen ist, dürfte klar sein, wenn nicht, machen Sie doch einmal die Probe aufs Exempel.
  • Welpengruppen, so haben wir gelernt, sind eine Ansammlung von Welpen. Kein einziger erwachsener Hund reguliert zumeist den Kindergarten. Lassen Sie mich auch hier die Absurdität dieser von Menschenhand geschaffenen Situation verdeutlichen. Nehmen wir an, Sie haben ein Kind, vielleicht drei Jahre alt. Es wird Zeit, Ihren Nachwuchs im Kindergarten anzumelden, um es zu fördern und ihm das Spiel mit „Artgenossen“ zu ermöglichen. Gleich zwei Fragen stellen sich mir dann: Würden Sie Ihr Kind in eine Kindergartengruppe ohne Erzieher geben, die Streitereien schlichten, anleiten, helfen, trösten und ermutigen oder auch Grenzen setzen? Würden Sie garantiert nicht! Die zweite Frage betrifft Ihre Erwartungshaltung: Was glauben Sie, würde Ihr Kind in einer Gruppe ohne Erzieher von den anderen, gleichaltrigen Kindern lernen? – Gutes Sozialverhalten vielleicht? Wie esse ich meine Banane richtig? Die Antwort ist einfach: Ein Kleinkind würde kaum etwas Sinnvolles von seinen Kindergarten-Freunden lernen, wenn keine Erwachsenen die Gruppe leiten und führen würde. – Und wie kommen Sie dann darauf, dass Ihr Welpe von den anderen nicht ausgereiften Welpen seiner Gruppe lernt und vor allem was? Sollte dann doch ein "Alt-Hund" mit auf dem Platz sein, so beobachten sie sein Verhalten gegenüber den Welpen genau – denn auch hier gibt es immense Unterschiede in der Qualität! Ein tyrannischer, aufgedrehter Alt-Hund, der mal eben unseren Welpen zeigt, wer hier das Sagen hat, bringt kaum etwas. Qualität zeichnet denjenigen aus, der dämpft, wenn es zuviel wird und sehr dosiert zurechtweist und Grenzen setzt, wenn es denn sein muss.

Lassen Sie uns an dieser Stelle festhalten, was in den ersten Wochen und Monaten nach Ankunft eines Welpen grundlegend und wichtig ist:

  • Kennenlernen und ruhiges Ankommen in der neuen Heimat
  • Vertrauensaufbau und Bindungsarbeit mit dem Welpen
  • Kennenlernen von anderen Tieren des täglichen Lebens wie Katzen, Kleintiere, Pferde etc.
  • Kennenlernen von alltäglichen Alltagssituationen wie Autofahren etc.   
  • Sozialkontakte mit sozial sicheren, positiv gesinnten Artgenossen

Besser als eine Welpenspielgruppe ist eine gemischte, überschaubare Gruppe von sicheren Hunden. Hier kann der Welpen junge und alte, große und kleine, männliche und weibliche Artgenossen mit ihrem differenzierten Verhaltensrepertoire kennenlernen. Unser Welpe hat die Möglichkeit, zu lernen, dass er mit dem Einen spielen kann und mit dem Anderen eben nicht. Er lernt, dass wildes Drauflosstürzen zumeist wenig Anklang bei Erwachsenen findet und auf die Signale und die Kommunikation seiner Artgenossen zu achten.

Sollte unser Welpe also niemals mit anderen Welpen spielen? – Doch natürlich, aber achten Sie darauf, dass Sie nicht dulden, wenn ihr Welpe gemobbt oder mit Reizen nur so überflutet wird. Besser für das Nervenkostüm Ihres Welpen und für sein Sozialverhalten ist es zumeist, wenn Sie Ihr Hauptaugenmerk zunächst auf oben benannte Punkte richten. Ist dann aus Ihrem Welpen ein Junghund geworden (so mit vier, fünf Monaten), haben Sie hoffentlich eine feste Basis gelegt und können dann immer noch in eine Hundeschule zum Erlernen von Grundkommandos oder ähnlichem gehen.

Bestehen Sie dort gemeinsam ruhig und sehr dosiert die Abenteuer eines Hundeplatzes. Geben Sie stets Sicherheit und achten Sie auf mögliche Stress-Anzeichen wie Hecheln, geweitete Augen, Schütteln, häufiges Urinieren, dünner Kot etc. Sollte Ihr Hund eher zu den Draufgänger-Hunden gehören, so setzen Sie ihm Grenzen.

Achten Sie ggf. beim Besuch von Welpenspiel- oder Junghundegruppen darauf, dass die Anzahl der teilnehmenden Hunde überschaubar ist (nicht mehr wie vier bis max. sechs Hunde gleichzeitig). Wenn erwachsene Hunde dabei sind, die das Geschehen regulieren sollen, so schauen Sie sich genau die Art und Weise des Einschreitens des Althundes an. Bei einer Maßregelung eines erwachsenen Hundes sollte der Welpe danach keinerlei sichtbare Angstanzeichen gegenüber dem Erwachsenen zeigen. Wie bei einem Kind auch, das gerügt wird, sollte der Welpe kurz innehalten und sich danach wieder seinem Spiel zuwenden. Zeigt er anhaltende Angst gegenüber dem Althund, so war die Zurechtweisung in Art oder Umfang nicht in Ordnung.

Gute Welpenspielgruppen zeichnen sich nicht als einstündige „Jetzt geht’s los und wir toben bis der Arzt kommt“- Veranstaltung aus, sondern werden sehr individuell unter Berücksichtigung der Charaktere der Welpen geführt. Es sollte auch Phasen des Ausruhens berücksichtigt werden, auch wenn Sie noch so froh wären, wenn der Welpe nach dem Besuch der Welpengruppe zunächst mal für mehrere Stunden bei Ihnen zu Hause besinnungslos ins Koma fällt. 

Gute Welpengruppen richten sich in erster Linie an Sie als Hundehalter. Vielfältige Fachinformationen zu allgemeinen Hundethemen wie gesetzliche Vorgaben zur Hundehaltung, richtige Auslastung eines Hundes in all seinen verschiedenen Schwerpunkten, Stubenreinheit und Beisshemmung, Stress bei Hunden etc. sollten Sie mit nach Hause nehmen.

Nach all diesen Ausführungen dürfte es künftig für Sie einfach sein, Welpenspielgruppen nach Ihrer Qualität und ihrer Sinnhaftigkeit für Sie und Ihr Tier zu beurteilen.

Welpenspielgruppen sind häufig ein allzu gutes „Kundenfangmittel“ ala‘ „Ist der Hundehalter mit seinem Hund erst mal auf dem Platz, sorge ich dafür, dass er ewiglich bleibt und löhnt.“ Und richtig, genauso ist es auch, denn teure Einzeltrainingsstunden zur Behebung von Problemverhalten sind oftmals vorprogrammiert. Wie schön, das sichert die eigene Existenz und darum geht es doch oder für Sie doch eher nicht?

Claudia Hauer

PS: Und noch ein Tipp: Nicht überall, wo "gold", "preisgünstig", "Tierschutz" oder "Gewaltfrei" drauf steht, ist selbiges auch drin. Es ist eben das wahre Leben und jeder outet sich durch das, was er tut. Also lassen Sie sich nicht täuschen und prüfen Sie genau, wenn Sie sich binden ;)
 

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Teddy sagt: “Nein zu Gewalt” in der Hunde-Erziehung

Erstellt von Claudia am 26. Dezember 2009

 

Nach vielen Mißhandlungen sagt Teddy nun NEIN ZU GEWALT und genießt sein Leben!

PfotenTeam
Steffi Kohl

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Alpha-Alarm!

Erstellt von Henrik am 23. November 2009

Ein Artikel von Franziska Feldsieper, http://www.mensch-mit-hund.de/31829.html

Mein Gott, was lebe ich gefährlich! Ich habe, wenn es nach manchen Hundetrainern geht, ein echtes Dominanzproblem und bislang ist es wohl einfach nur Glücksache gewesen, dass ich nicht schon mit durchgebissener Kehle in meinem Blute liegen und unsere sechs Hunde endgültig die Weltherrschaft an sich reißen. Dabei hab ich sogar eine Hundeschule und müsste ja eigentlich wissen, wie der Hase, pardon, der Hund läuft. Aber nun wechselte eine Kundin von einer anderen Hundeschule zu uns, die mir ziemlich Haarsträubendes berichtete.

Das erste, was sie dort lernte, war der „Alphawurf“. Man nehme also seinen Hund, werfe ihn mit Krawumm auf den Rücken und nagle ihn in dieser Stellung mindestens eine Minute lang fest. Dies versuchte die doch etwas irritierte Neu-Hundebesitzerin in ihrer ersten Stunde damals dann auch, aber mit dem Festnageln war es leichter gesagt als getan. Gypsy wehrte sich doch tatsächlich, und das noch heftiger, als ihr dann mittels Nackenschüttler endgültig Respekt eingetrichtert werden sollte. Beschämt musste ich gestehen, dass ich mit keinem unserer Hunde jemals einen Alphawurf getätigt hatte und dass ich und meine Hunde Nackenschüttler als Morddrohungen ansehen und daher tunlichst unterlassen.

Außerdem, so wurde Gypsys Fraule eindringlich ans Herz gelegt, sei es von überlebenswichtiger Notwendigkeit, dass der Hund grundsätzlich nach dem Menschen durch die Türe gehe und um Gottes Willen auch niemals vor der Mahlzeit der Zweibeiner sein Fresschen einnehme. Ich errötete und gestand, meine Hunde immer dann zu füttern, wenn ich es für richtig erachte und mir peinlicherweise gar keine Gedanken über die Uhrzeit im Verhältnis zur eigenen Speisung machte. Und dass ich die Hunde nur dann hinter mir zur Tür in den Garten rauslasse, wenn mir danach ist, und das ist selten, besonders morgens, wenn es kalt ist, die Hunde pieseln müssen und ich keine Lust habe, aus „Rangordnungsgründen“ noch im Halbschlaf im Pyjama vor den Hunden in den Garten zu torkeln.

Aber das allerverwerflichste, was sie ihrer Gypsy in den Augen der dortigen Trainerinnen antun konnte, war, dieses 4-Kilo-Monstrum von Hund auf den Schoß zu nehmen und sogar noch aufs Sofa zu lassen. Gypsy würde sich sofort zum „Alpha“ aufschwingen, versuchen, Fraulis Geruch zu überdecken und über kurz oder lang zum Familientyrann werden. Nun waren selbst meine Ohren schamvoll rot! Sitzen zwei meiner Hunde doch für ihr Leben gerne „Schoßi“ und Marathon-Schmuserunden auf dem Sofa gehören zum täglichen Ritual. Aber, jetzt kommt’s, ich war ja noch schlimmer, meine Hunde dürfen sogar in meinem Bett schlafen!!! Die Große, Alaskan Husky Wonda, tut  das nicht, ihr ist es einfach zu warm. Aber Pablo, Chili und Winni lieben es, mit mir in aller Wonne zu kuscheln und zu toben – im Bett, Schande über mich! Und sie schlafen sogar die ganze Nacht drin! Mein Gott, vielleicht war mein Geruch schon so überdeckt, dass meine Hunde längst die Herrschaft an sich gerissen haben und nur aus lauter Großherzigkeit meinen Kommandos noch folgen?!

Gypsy durfte also wochenlang weder auf dem Schoß sitzen noch auf dem Sofa schmusen noch zuerst durch die Tür und jedes Fehlverhalten wurde sofort streng geahnet. Und was machte die undankbare Ratte statt ihre ach-so-tollen-Menschenbosse anzuhimmeln? Sie zeigte Meideverhalten und von Vertrauen gab es keine Spur!

Es ist dann aber doch erstaunlich, dass ich so gar keine „Dominanzprobleme“ mit meinen Hunden habe – und Gypsy-Fraule auch nicht. Ich kann meinen Hunden jederzeit einen Knochen wegnehmen, ohne den Verlust von Extremitäten zu riskieren. Auch wenn das Sofa schon hundetechnisch besetzt ist, kann ich mir meinen Platz freimachen, ohne von dominanten Alpharüden und –hündinnen gewalttätig daran gehindert zu werden. Ich kann die Hunde zuerst durch die Tür lassen und trotzdem nehmen mich meine Hunde ernst. Und ich kann neben satt gefütterten Hunden speisen, ohne dass sie beim nächsten Spaziergang Schafe reißen und mich nicht an die Beute lassen. Und zu allem Überfluss folgen sie auch noch freudig, weil ich mit dem Clicker arbeite und sie optimal wissen, wann sie etwas richtig gemacht haben. Komisch, das alles, wo Clickertrainer doch solche Weicheier sind. Sagen die Hardliner.

Aber halt, nein, mit Wonda habe ich das „Dominanz-Programm“ ja auch mal durchgezogen. Damals, vor ungefähr hundert Jahren, 1996 bis 1998, als ich den ganzen „Alpha-Zirkus“ auch noch für bare Münze genommen habe. Ich ging zuerst durch jede Tür, aß immer zuerst, der Hund schlief nicht mal im Schlafzimmer, geschweige denn im Bett, sondern im Wohnzimmer, immer schön weitab vom "Rudel". Wenn Wonda nicht augenblicklich „Platz“ lag, wenn ich es ihr ins Ohr raunzte, dann lag ich bäuchlings auf dem „rebellierenden“ Hund und bewies meine Alphastellung, notfalls auch als reichlich lächerliche Figur mit matschverschmierter Hose am Wegesrand, denn Nichtbefolgen eines Kommandos war ja schließlich Hochverrat.

Das Ergebnis dieser „Alpha-Stellungskämpfe“ war eindeutig: Mein Hund hatte Angst vor mir! Die einzige Verbindung zwischen uns war die Leine und wenn mein geplagter Hund konnte, suchte er das Weite – und fand es auch. Sie jagte, sie folgte nur auf dem Hundeplatz  – und ich verzweifelte an dem „dominanten“  Hund. Ich schob es auf die Rasse – Huskys gelten als unerziehbar und das ist gern ein Freifahrtschein für grobe Methoden. (Hier kann „Husky“ ohne weiteres durch „Terrier“ oder sonstwas ersetzt werden, denn mit ein wenig Phantasie findet sich für jede Rasse oder Mischung eine gute Ausrede für Nicht-Befolgen von Kommandos und tierquälerische Ausbildungsmethoden). Ich kämpfte um meine Vormachtstellung, bis ich eines Tages aufwachte. Bis ich begriff, dass so kein echtes Vertrauen entstehen kann. Über zahlreiche Seminare und Bücher erschloss ich mir mühsam Stück für Stück die Denkweise der Hunde – und bat Wonda bis heute schon tausendmal um Entschuldigung. Sie wird nie so viel Vertrauen zu mir haben wie meine beiden anderen, die nach meiner „Wandlung“ kamen. Mit meiner Freundin arbeitet sie wirklich freudig, ohne Beschwichtigungssignale, denn sie war nie ungerecht mit ihr. Bei mir sitzt Wondas Erinnerung zu tief, auch wenn ich schon seit Jahren anders bin als früher. Aber Wonda und mich verbindet inzwischen doch viel mehr als nur die Leine, sie war und ist meine Lehrerin.

Natürlich geht es nicht, dass ein Hund das Sofa verteidigt oder unkontrolliert in der Gegend herumjagt. Aber wenn das passiert, dann hat es nicht mit "Alpha" oder "Dominanz" zu tun, sondern mit einer Schieflage des Verhältnisses zwischen Mensch und Hund. Dann stimmt die Beziehung nicht oder es wurde an Kommandos unzureichend geübt. (Zum Thema "Dominanz" und alles andere rund um den Hund haben wir gute Literatur in meinem Laden!) Wer übrigens als Mensch darauf besteht, "Rudelführer" für seinen Hund zu sein, der darf dann auch nicht vergessen, in den Kühlschrank zu pinkeln! Rudelführer markieren selbstverständlich ihre Vorräte! Wer das nicht will, der sollte doch einfach nur der verlässliche, souveräne Chef und Spielregelaufsteller seines Hundes sein, das ist wesentlich entspannender!

Gypsys Fraule jedenfalls war nach einem intensiven Gespräch mit mir zutiefst beruhigt, dass sie nicht fürchten muss, dass ihr Hund nun die Weltherrschaft übernehmen wird, nur weil er auf dem Schoß sitzen darf und freudig-ungeduldig zuerst durch die Haustür in den Garten stürmt. Denn sie hatte es tief in ihrem Innern längst gespürt – ein Chef ist ein souveräner, cooler Mensch, der Sicherheit gibt, und kein HB-Männchen, dass aus Angst vor Rebellion den großen Unterdrücker spielt. Gypsy findet das übrigens auch. Seit sie Schoßi sitzen darf und auf dem Sofa mit ihren Menschen schmusen, ist sie viel gelassener und anhänglicher geworden. Und auch ich werde so weitermachen wie bisher. Und wenn ich nicht gestorben bin, dann mache ich meine gegenseitigen „Alphawürfe“ immer noch am liebsten johlend auf dem Sofa beim Toben und übe mich in „wer überdeckt besser den Geruch des anderen“!  

(Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

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Flyer aktualisiert

Erstellt von Henrik am 19. Oktober 2009

Zur anstehenden Heimtier Messe Berlin haben wir mal wieder unseren Flyer überarbeitet:

Unser neuer Flyer

Zum Flyer

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Zitat

Erstellt von Claudia am 30. September 2009

"Wer Neues schaffen will,
hat alle zu Feinden,
die aus dem Alten Nutzen ziehen."

(N. Macchiavelli)

 

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Angela Unger sagt: “Nein” zu Gewalt in der Hundeerziehung

Erstellt von Claudia am 25. Juni 2009

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Bald Verkauf von Hundehalstüchern

Erstellt von Claudia am 21. Mai 2009

Unser erstes Musterexemplar der in Kürze zu produzierenden Hundehalstücher ist da! Hier schon mal eine Kostprobe – getragen von Josephine, einem Altdeutschen Schäferhundwelpen (9 Wochen) der Welpennothilfe:

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Busty und Boy wollen keine Gewalt!

Erstellt von Claudia am 20. April 2009

von Anika

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