Sag “NEIN” zu Gewalt in der Hundeerziehung!

Eine Initiative des Welpennothilfe e.V.


  • Logo-Design by
    HundeSinn - Nadine Langer

     

  • Letzte Kommentare

    • Nicci: Ein so seeeehhhrr gelungener Text, ich rede mir schon seit Monaten gar fast Jahren, den Mund fusselig und...
    • Christine: Hallo zusammen, ich persönlich fand den Artikel, auf den ich durch Zufall gestoßen bin, klasse! Ich bin...
    • Claudia: Und ich finde es immer wieder schade, wenn Artikel nicht richtig gelesen werden, um dann den Sinn zu...
    • Andrea: Hallo Moni, das ist schön geschrieben und im übrigen finde ich auch reine “Welpenspielgruppen̶ 1;...
    • Dirks Hundeerziehung: Wenn wir über Absurditäten in der Hundeerziehung reden, dann kommt mir auch gleich noch ein...
    • Claudia: Vieles finde ich ich richtig, aber immerwieder das leidige Thema, dass Halsbänder schädlich...
    • Moni: Guten Tag Ich finde es immer wieder schade, wenn Artikel über Welpenspielgruppen damit beginnen, wie schlecht...
    • Pierre Müller: Ich finde es gut das endlich in dieser Richtung etwas geschieht.Auch ich möchte in Zukunft eine...
    • andrea: Oh mein gott,ich habe drei das selbe gehört.Euer Hund ist Dominant,ihr wisst doch was ihr an der Leine habt,...
    • Vivien Cooksley: Eine sehr gute Sache :) Verweise regelmäßig Leute auf diese Seite – vor allem diejenigen...

Archiv für die 'Aktion' Kategorie

Was wollen wir und stellen wir auf die Beine

Kampagne Sag NEIN zu Gewalt in der Hundeerziehung bei der Internationalen Rassehunde-Ausstellung Berlin

Erstellt von Claudia am 1. April 2009

Wir haben am vergangenen Wochenende viele Menschen im Rahmen unseres Ausstellungsstandes bei der VDH-Rassehunde-Ausstellung in Berlin zur Kampagne aufgeklärt. Die Aktion und die Aufklärungsarbeit läuft gut an. Wir können zufrieden sein.

Dennoch bleibt festzustellen, dass gerade auf dieser Ausstellung ganz geballt Gewalt eine Rolle spielt: Aussteller führten Hunde an Würgern, Stachelhalsbändern und zerrten sie in die menschenüberströmten Hallen.

Das Bild der Besucherhunde, die Menschen mit zum Schlendern zur Messe mitnahm, war nicht viel besser. Zwar wurden unwahrscheinlich viele Hunde im Geschirr geführt, aber viele Hunde waren vollends verängstigt, super gestresst. Und ihre Menschen merkten dass nicht einmal. Freilaufende Hunde von Ausstellern belästigten permanent die angeleinten Hunde der Besucher, die versuchten, irgendwo Schutz und Sicherheit zu erlangen. Frauchen oder Herrchen hatten jedoch nur Augen für die Waren und Artikel, die zum Verkauf angeboten wurden …

Es bleibt festzustellen, dass noch viel Wasser den Bach runterlaufen muss, ehe Gewalt, Oberflächlichkeit, Fairness und Verständnis die Oberhand bei der Mensch-Hund-Beziehung gewinnt.

Claudia Hauer

Abgelegt unter Aktion, Allgemein | 1 Kommentar »

Was ist „Gewalt in der Hundeerziehung“?

Erstellt von Claudia am 25. Februar 2009

Eine große Kampagne ist ins Leben gerufen und hat eine enorme, deutschlandweite Resonanz bei denjenigen erzeugt, die in ihrem Selbstverständnis und ihrer Lebens-Philosophie mit Hunden „gewaltfrei“ eingestellt sind.

Einige von Ihnen werden sich jedoch fragen, was konkret unter „Gewalt“ zu verstehen ist. Da geht Frauchen monatelang in eine Hundeschule und draußen steht in großen Lettern: Wir arbeiten gewaltfrei und begründen, dass keine Stachelhalsbänder benutzt werden. Wie erkennen Sie ganz persönlich, ob Ihre Hundeschule gewaltfrei arbeitet?

Das Sprichwort, nicht alles ist Gold, was glänzt, betrifft auch unsere Hundeschulen: Nicht überall, wo gewaltfrei draufsteht, wird auch Gewaltfreiheit gelebt. So manch einer lockt mit großen Sprüchen, Rund-um-die-Uhr-Betreuung, spezialisierten Ausbildungen oder riesigen Plätzen. Und was erfährt der gutgläubige Hundehalter in der ersten Unterrichtsstunde, die inmitten einer Massenansammlung von Hunden eine gute Lernatmosphäre schaffen soll? „Kennst Du eigentlich schon den Alphawurf? Ich zeig ihn Dir mal, weil der total wichtig ist.“ Für wen? Dem Hund oder den Hundehalter? Aber darüber in einem nächsten Artikel.

Was ist also Gewalt im Erziehungsalltag?

Gewalt im Groben bezeichnet eine schädigende Einwirkung auf einen anderen. Im soziologischen Sinne wird Gewalt auch als „Macht“ bezeichnet. Hier kommen wir der Sache schon näher: Wenn ich Fiffi also mehrmals täglich zum Beispiel mittels Alphawurf unterwerfe, so zeige ich demonstrativ meine Macht, dieser Zusammenhang ist absolut eindeutig. Aber mal ehrlich, lieber Hundehalter: Haben Sie sich wirklich bei Anschaffung ihres Fiffis ein Zusammenleben auf einer reinen Macht-Basis vorgestellt oder träumten Sie doch von Freundschaft, Zugehörigkeit und Treue? Warum lassen Sie sich Ihren Traum kaputt machen? Warum gehen Sie nicht auf die Barrikaden?

Natürlich muss Fiffi hören, ohne Frage. Stellen Sie sich jedoch vor, dass dies viel besser und langfristig erfolgreicher durch ein freundschaftliches Verhältnis auf ausschließlicher Grundlage von Vertrauen geht. Prima. Weiter geht es mit der soziologischen Definition der Gewalt. Im engeren Sinne wird Gewalt als illegitime Ausübung von Zwang verstanden. Der Wille des „Opfers“ wird missachtet oder gebrochen. Dabei geht es insbesondere um körperliche und seelische Schädigungen. Körper und Seele bilden eine Einheit, das haben schon viele Weisen vor uns erkannt. Also ist es schlichtweg egal, ob ich einen Hund trete, schlage oder in sonstiger Weise züchtige oder ob ich viel subtiler vorgehe, ihm Futter entziehe, seine Grundbedürfnisse missachte oder ihn permanent durch prophylaktischen Alphawurf bedrohe und einschüchtere. Je öfter ich als Hundehalter das mache, desto erheblicher wird die Schädigung und die daraus resultierenden Folgen sein.

Der Kreis schließt sich mit den Gesetzesregelungen des Tierschutzgesetzes. Der Grundsatz desselben ist nämlich die Verantwortung des Menschen, das Leben und Wohlbefinden des Tieres zu schützen. Schützen Sie tatsächlich das Wohlbefinden Ihres Hundes, wenn Sie zu Halti, Kettenwürger, Sprüh- oder Elektrohalsband greifen? Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Natürlich schmerzt ein rauer Leinenruck (probieren Sie es ggf. an sich aus) und es ist schon lange nachgewiesen, dass Leinenrucks und permanenter Zug an gespannter Leine in Verbindung mit einem Halsband Schädigungen bewirken. Schulter- und Nackenverspannungen, Atemnot, Kehlkopfquetschungen sind nur eine kleine Auswahl. § 3 des Tierschutzgesetzes definiert ganz klar für Hundeausbilder (und das sind neben den Hundetrainern auch Hundehalter, die jenes  im Alltag in vielen Übungen nachmachen, was uns die Trainer vormachen) das strikte Verbot an einem Tier im Training oder sonstigen Veranstaltungen Maßnahmen anzuwenden, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind. Niemand darf ein Tier ausbilden oder trainieren, sofern damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind.

Warum gibt es dann aber Hundetrainer, die nachdrücklich im Training ein Halsband fordern? Natürlich, unter Schmerzeinwirkung stehend, versucht Fiffi zunächst einmal in seiner Not, alles zu tun, was Herrchen will. Einfach um den höllischen Schmerzen schnellstens zu entgehen. Aber hey Hundehalter, es ist verboten und übrigens auch gar nicht notwendig, ein Tier auszubilden, wenn damit Schmerzen verbunden sind. Sie erinnern sich an das Tierschutzgesetz? Die Basis von Vertrauen und Bindung zerstören Sie damit ohnehin und wundern sich dann, dass der Hund nervös, angespannt oder hippelig ist und Ihnen ständig ausreißt? Dass er evtl. gereizt oder gar aggressiv reagiert?

Überlegen Sie sich genau, ob die Maßnahme, die Ihr Hundetrainer, Ihre Freunde und Bekannten oder alte „Hunde-Hasen“ empfehlen, tatsächlich auf Gewaltfreiheit beruhen. Gehen Sie in sich, Ihrem Hund zu Liebe, der Ihnen eine gewaltfreie Erziehung mit mehr Anhänglichkeit, Zuverlässigkeit und äußerst bereitwilligem Grundgehorsam danken wird. Sagen Sie: „Nein zu Gewalt in der Hundeerziehung“

Claudia Hauer

Tags:
Abgelegt unter Allgemein, Was ist Gewalt in der Hundeerziehung? | 7 Kommentare »

Projektvorstellung im Kollegenkreis

Erstellt von Henrik am 22. Februar 2009

Claudia durfte an diesem Woche unser Projekt im Rahmen des Treffens des Kollegenkreises im Stammhaus von Animal Learn vorstellen. Die Resonanz übertraf weit unsere kühnsten Erwartungen und es gab nicht nur warme Worte, sondern auch viele tolle Ideen und konkrete Hilfsangebote. Wir werden hierrüber noch im Einzelnen berichten.

Thomas Bierer stellte im Kollegenkreis auch den neugegründeten IBH – Internationaler Berufsverband der Hundetrainer vor, eine unabhängige Vereinigung von Hundetrainern/Innen und Hundeschulen in Deutschland und Europa, die ausschließlich nach dem Prinzip der gewaltfreien Hundeerziehung und des respektvollen Umganges mit dem Hund-Mensch-Team arbeiten.

In diesem Verband finden wir Gleichgesinnte und Partner, die voll hinter den Zielen unserer Kampagne stehen!
In Kürze wird der Verband eine Liste der Geprüften Hundeschulen und geprüften Hundeerzieher/in bzw. Verhaltensberater/in im IBH veröffentlichen. Dann könnten wir hilfesuchenden Hundehalterinnen und -haltern endlich ruhigen Gewissens gewaltfreie Alternativen aufzeigen.

Das war wirklich ein klasse Wochenende.
 

Tags: , , ,
Abgelegt unter Aktion, Allgemein | Keine Kommentare »

Erster Achtungserfolg

Erstellt von Henrik am 25. Januar 2009

 

Besser geht es doch nun wirklich nicht. Kaum haben wir unsere neue Initiative "Sag NEIN zu Gewalt in der Hundeerziehung" ins Leben gerufen, meldet sich schon auf der Webseite des Welpennothilfe e.V. der erste "freie anonyme Tiertrainer" zu Wort.
Wir werden wirklich wahrgenommen ….. und bekommen dann auch noch solche Steilvorlagen serviert.

Aber lesen Sie selbst.
Die Kommentare stammen 1:1 aus dem Blog unseres Vereines => Link zum Artikel

 


Tiertrainer sagt:
Samstag 24. Januar 2009 um 18:51 e

Hallo,
ich glaube, euch möchte keiner in seiner Nähe haben. Ihr stellt alles in Frage, was namenhafte Verhaltensforscher in jahrzehntelanger Arbeit und Forschung herausgearbeitet haben. So ist das halt: Es gibt leider immer wieder Profilierungsneurotiker in unserem Genre.
Wenn man die allgemeine Stimmung betrachtet, wird es wohl bald sehr viel Ärger geben, denn IHR versucht so, nur Kunden der anderen Hundeschulen und freiberuflichen Einzeltrainer abzugraben.
Ob die sich das wohl so einfach gefallen lassen ???
Denkt mal darüber nach, ob Krieg der richtige Weg ist, die Menschen zu bekehren. Das dachte Bush auch und es ging nach hinten los.
Ein freier Tiertrainer /(Name geändert, da ich Ihre Propaganda seit langer Zeit verfolgen kann.))


Claudia sagt:
Sonntag 25. Januar 2009 um 07:44

Hihi … ich habe mich wirklich köstlich amüsiert über diesen Kommentar. Ganz ehrlich. Ich hatte gestern den ganzen Abend ein breites Grinsen im Gesicht.

Uns möchte keiner in seiner Nähe haben? – Vielleicht. Jedenfalls nicht diejenigen, die schematisch irgendwelche Dogmas abarbeiten und über Brutalität und Gewalt systematisch an der allmächtigen “Beherrschung” des Hundes arbeiten.

Oh ja, wir sind Leute, die in Frage stellen! Für mich ist das ein riesiges Kompliment. Wir lebten noch in der Steinzeit, hätte es keine Leute gegeben, die immer wieder Altes in Frage stellen und nach neuen Ufern streben. Es lebe der Fortschritt! Es lebe die Entwicklung!

Arbeit und Forschung? Sehr schön: Und da sind sie wieder. Die altverhafteteten Schematiker, Dogmatiker, Techniker (nein, Hundeerziehung ist nicht individuell. Schließlich gibt es ja “Gebrauchsanweisungen” von Hundetrainern. Ähnlich wie bei Staubsaugern. Du musst nur mehrmals täglich das und das machen und schon funktioniert der Staubsauger, äh Hund.)
He, das Lernen geht immer weiter. Es gilt nicht, auf einer Ebene stehenzubleiben mit der Arroganz alles zu wissen. Noch vor gar nicht langer Zeit gab es noch die Prügelstrafe in Bayern in den Schulen. Namenhafte Pädagogen haben in jahrzehntelanger Arbeit herausgearbeitet, das Prügel und Hiebe an Kindern unbedingt notwendig ist und zur Charakterbildung beiträgt. Und? Ist das geblieben?

Profilneurotiker? Das kommt mir sehr bekannt vor. Schweigen wir lieber dazu … Das ist unter meinem Niveau.

Wir wollen Kunden abgraben? Oh je – da ist sie wieder, der zentrale Knack- und Angelpunkt: Es geht immer um Geld. Keiner von uns hat das nötig, weil wir alle in Berufen stehen und damit unsere Brötchen verdienen. Schon vergessen: Wir sind gemeinnützig und arbeiten ehrenamtlich!

Und da ist noch was: Die unterschwellige Drohung: “Es wird bald Ärger geben. Nicht gefallen lassen.” Hui jetzt haben wir aber grooooße Angst. Wir werden uns in unsere Löcher verkriechen und laut nach Vergebung schreien. – Nöööööö!
… wir werden niemanden Anschwärzen, keine Namen nennen in unserer Initiative, keine Sorge. Wir sind doch recht professionell. Versprochen! Wir setzen auf Aufklärung, Beratung und zwar im großen Umfange. Wir setzen auf deutschlandweite Kontakte und große Partner wie animal learn mit einem Netzwerk an guten, fortschrittlich denkenden Trainern.

Aufklärung und Information werden der Weg sein, um Menschen mit ihren Hunden nicht zu willenlosen “Sklaven” von Hundetrainern zu machen, die noch an der Prügelstrafe festhalten. Mündige, informatierte Halter sind das, was wir wollen und was wir erreichen werden.

Claudia Hauer (ich verstecke meinen Namen nicht hinter einem Pseudonym, weil ich auch öffentlich für das stehe, was ich schreiben)


Henrik sagt:
Sonntag 25. Januar 2009 um 08:10

Nun, freier anonymer Tiertrainer, da wir ehrenamtlich tätig sind und nicht wegen des schnöden Mammons um die Gunst unserer Umgebung buhlen müssen, können wir uns auch ruhig etwas sperrig geben. Hierüber sind wir nicht unglücklich.
Weißt Du, Freund Tiertrainer, vor nicht allzu langer Zeit glaubte man auch noch, dass die Körperstrafe / Prügelstrafe ein über Jahrhunderte hinweg bewährtes Erziehungsmittel sei. Landauf, landab konnte man vernehmen, dass eine anständige Tracht Prügel noch niemandem geschadet habe. Vielleicht kannst Du Dich ja auch noch daran erinnern. Die Regale der Bibliotheken waren voll mit Klassikern der Pädagogik, die den Einsatz von Körperstrafen als erfolgreiches und bewährtes Erziehungsmittel propagierten und rechtfertigten. Es waren die steten Aktionen von Menschen, die in Deinen Augen “Profilneurotiker” waren, die zunächst in Wissenschaft und Lehre zu einem Umdenken geführt haben. In der breiten Bevölkerung angekommen ist die gewaltlose Erziehung erst durch das “Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung” vom 2. November 2000. Dieses Gesetzt hat in der Bundesrepublik dann wirklich zu einer tiefgreifenden Bewusstseinsveränderung in der Bevölkerung geführt.
Wir wagen natürlich nicht zu hoffen, dass unsere bescheidenen “Profilneurosen” einst einmal in eine vergleichbare Gesetzesinitiative münden werden, aber wenn Hundehalter durch unsere Aufklärungsaktionen in die Lage versetzt werden Deine Trainingsarbeit nachdenklich und kritisch zu betrachten und vielleicht auch noch zu hinterfragen, dann wäre viel erreicht.
Lieber freier Tiertrainer, Du gehst völlig fehl in der Annahme, wir wollten unsere “Profilneurosen” nur deshalb verbreiten, um Dir die Kunden abzujagen. Nein, nichts liegt uns ferner. Wir sind Tierschützer und wollen Leben retten. Dies machen wir, das sage ich nicht ohne Stolz, recht gut. Wir reißen uns den Allerwertesten auf, um unsere Pfleglinge zu heilen, zu pflegen und ihnen das Vertrauen zu den Menschen zurück zu geben, obwohl die sie ja einst fast vernichtet hätten. Dann suchen wir mit viel Engagement die passenden “Deckel” für unsere Pflegetieren. Dabei legen wir viel Wert auf einen soften, liebevollen Umgang mit den Tieren. Dann aber wollen unsere “Deckel” irgendwann einmal etwas Gutes für ihren Wuffi tun und besuchen eine Hundeschule, in der neurosenfreie Tiertrainer wie Du unserem Wuffi beherzt und eindringlich die Früchte jahrelanger Arbeit und Forschung namhafter Verhaltensforscher angedeihen lassen. Unser dummer und ignoranter Wuffi aber weiß die tiefgehenden Erkenntnisse und Weisheiten, die ihm da beim neurosenfreien Tiertrainer widerfahren, einfach nicht zu würdigen und zeigt künftig Angst- und Meideverhalten. Das kannst Du mir ruhig glauben, lieber Tiertrainer. Da wir uns auch nach der Vermittlung um unseren Wuffi und seine “Deckel” kümmern, haben wir mehr Erfahrung auf diesem Gebiet als uns lieb ist.
Dann haben wir plötzlich schon irgendwie das Gefühl, dass wir den “Deckeln” unserer Pfleglinge eine “profilneurotische” Alternative zu Deinem Training bieten sollten. Wir gestatten uns dann auch die Vision, dass die einst verunsicherten “Deckel”, nachdem sie einmal gewaltfreies Training erfahren und praktiziert haben, ihrem Wuffi das Training bei schneidigen Tiertrainern künftig ersparen werden.
Was heißt hier “gefallen lassen”, lieber freier Tiertrainer? Wie heißt es so schön: Qualität setzt sich durch. Wenn Du Dir derart in die Hose machst, weil wir ein paar Artikel über gewaltfreie Hundeerziehung publizieren und über neue Trainingskurse nachdenken, sogar die Terroristenhatz des “Alt-Präsis” Bush als Gleichnis bemühst, dann musst Du schon gewaltig an den Erkenntnissen jahrelanger Arbeit und Forschung namhafter Verhaltensforscher hängen.
Sei nicht bange, freier Tiertrainer, Du brauchst Dich nicht vor uns zu verstecken oder gar Deinen Namen zu verbergen:
Wir jedenfalls arbeiten völlig gewaltfrei!

Tags: ,
Abgelegt unter Aktion, Allgemein | 2 Kommentare »

Sag “NEIN” zu Gewalt!

Erstellt von Claudia am 24. Januar 2009

Heute morgen ist der große Startschuss gefallen, für eine umfangreiche, umfassende Iniitiative, die sich gegen Gewalt in der Hundeerziehung richten wird.  Flyer, Schulungsnachmittage, Pressemitteilungen und vieles andere wird Bestandteil dieses Konzeptes. In all der Wut, der Verärgerung vieler betroffener Menschen, die mir schrieben, glühen die Rechner und Gehirne zur Ideenfindung. Wir werden überlegen, wen wir an Kooperationspartnern gewinnen können.

Ich bitte all diejenigen, die an diesem Konzept mitwirken wollen, sich zu umgehend bei mir zu melden. Wir werden unverzüglich mit der Ausarbeitung beginnen und uns am kommenden Samstag abend zu einem ersten Treffen zusammenfinden.

Die Leitung dieses Projektes werde ich übernehmen.

Nachtrag: Wir treffen uns am Samstag, den 24.01 um 18:30 Uhr im Kronprinzen in Falkensee

*******************************************************************************************************************************

Sag “Nein” zu Gewalt in der Hundeerziehung!

Tags: ,
Abgelegt unter Aktion, Allgemein | 1 Kommentar »

Absurditäten in der Hunde-Erziehung: Der “Schnauzengriff”

Erstellt von Claudia am 24. Januar 2009

Momentan geistert ein alt-neues "Allheilmittel" durch die Hundeerziehungswelt: Der "Schnauzengriff".  Da er in aller Munde zu sein scheint und ich selbst sehr vernünftige Menschen damit irgendwie "herumhantieren" sehe, möchte ich hier mal meine Beobachtungen und Sichtweise darlegen. Ich beobachte schon seit längerem Hunde im Zusammenleben und der Aufzucht von und mit Welpen aller Altersklassen und vielerlei Rassen und deren Mischlinge. Im Grunde ist mein Heim nie ohne wenigstens einen Welpen, der in Not geraten ist. Vielleicht können meine Beobachtungen und die Rückschlüsse, die ich aufgrund dessen gewonnen habe, einigen "Schnauzengreifern" Denkanstösse vermitteln oder Menschen gar nicht erst zu "Schnauzengreifern" werden lassen. Zunächst einmal für die Ahnungslosen: Was ist eigentlich ein Schnauzgriff? In den Hundeschulen wird der Schnauzgriff als Griff von oben über die Schnauze mit mehr oder weniger großen Druck (je nach Veranlagung und Brutalität des Hundetrainers) gegen die Lefzen auf die darunter liegenden Zähne gelehrt. Einige Trainer meinen, bei einem "erfolgreich" und korrekt ausgeführten Schnauzengriff müsse der Welpe laut aufschreien, denn nur so sei es richtig. Ich persönlich stufe den Schnauzengriff als körperlichen Übergriff auf ein empfindliches und äußerst sensibles Körperteil des Hundes, nämlich den Fang, ein. Abgeleitet wird der Schnauzengriff von etwaigen Beobachtungen der Mutterhündin mit ihren Welpen. Im Internet offenbaren sich Horror-Szenarien und Beschreibungen. Es heißt beispielsweise: "Die Mutter geht mit ihrem Fang quer über die Schnauze ihrer Jungen und beißt oder kneift kurz zu." Meine Güte, was ist das für eine Brutalität in der Aufzucht! Gar nicht auszudenken, was bei einer derartigen wochenlangen Aufzucht und Maßregelungen für Hunde entstehen! Ich habe im Zusammenleben von Hunden mit Welpen noch nie eine Hündin gesehen, die ihren Jungen in den Fang beißt – noch nie! Im Gegenteil, die Hündin ist zumeist äußerst geduldig und ihren Nerven weitaus strapazierfähig. Ich kann bestätigen: Es gibt ein "Über-den-Fang-Greifen". Es ist jedoch eher ein sanftes, nachdrückliches "Stupsen", wenn die erste ebenfalls sanfte Verwarnung oder der Versuch des Abdrängens der Welpen, z. B. von den Zitzen nicht ausreicht. Oft kommt vorher ein Knurren und der Welpe hat zunächst noch einmal die Chance, selbst zu reagieren. Erst wenn die Welpen ca. 7 Wochen alt sind und mitunter etwas zu energiegeladen ältere Gruppen-Mitglieder belästigen, wird der Schnauzengriff schon mal energischer, jedoch keinesfalls so, dass der Welpe laut und massiv und nachhaltig aufschreit. Irgendwann im Verlaufe der Zeit werden die Schnauzgriffe immer seltener und es reichen zumeist die ganz normalen altbekannten innerartlichen Kommunikationsmittel. Es ist albern und absurd, Ihren fast erwachsenen oder erwachsenen Hund mit einem Schnauzengriff zu maßregeln. Mal ehrlich, würden Sie Ihren Ehemann oder Ihre Ehefrau auch mit Stuben-Arrest oder Fernseh-Verbot belegen? Es ärgert mich immens, wenn Leute, die noch niemals Mutter und Welpen aufgezogen und beobachtet haben, vorschnell solche Erziehungsmittel übernehmen, anderen kluge Ratschläge erteilen und dann auch noch tönen: Das macht doch die Mutterhündin auch so mit ihren Welpen. Bitte fragen Sie künftig diese Leute, die Ihnen zum Schnauzengriff raten, woher sie ihre Erfahrungen beziehen. Wieviele Welpen mit ihren Müttern sie schon in der kompletten Zeit der Aufzucht beobachtet haben? Fragen Sie nach! Mehrere Probleme gibt es, über die die "Schnauzengreifer" nachdenken sollten: Der Schnauzengriff wird von der Mutter nach meinen Beobachtungen stets nur dann eingesetzt, wenn etwas "zuviel" oder "übermäßig" ist, insbesondere beim Erlangen der Zitzen, bei all zu stürmischen, aufdringlichen Spiel u. ä. Niemals habe ich das Über-den-Fang-greifen beobachten können, weil ein Hund nicht richtig "Sitz" macht oder in der Tierarztpraxis nicht brav neben mir sitzen bleibt. Der Schnauzengriff ist also KEIN Korrekturmittel für unerwünschtes Verhalten, sondern er dämpft vielmehr einen situationsbezogenen Überschwang. Wenn Sie den Schnauzengriff bei Ihrem erwachsenen Hund einsetzen, so bitte ich Sie, mal darüber nachzudenken, wie oft Sie selbst den praktizierten Schnauzengriff bei erwachsenen Hunden beobachten konnten? Gar nicht oder äußerst selten? Aha, und warum glauben Sie, dass dies das geeignete Korrekturmittel für Ihren Hund ist? Schnauzenspielereien, Schnauzenzärtlichkeiten sind übrigens etwas völlig anderes als der Schnauzengriff … Ich oute mich an dieser Stelle als "Anti-Schnauzen-Greifer". Ich bin keine "Mutter-Hündin" und bilde mir weder ein, den richtigen Zeitpunkt für einen Schnauzengriff zu kennen, noch den richtigen Druck auszuüben. Ich bin nämlich nur ein Mensch. Mit welcher Arroganz wir gerade in der Hundeerziehung Mittel aus dem innerartilichen Repertoire übernehmen, ist unglaublich. Wir erdreisten uns, unsere Hunde mit Schnauzengriff und Alphawurf zu belegen und lassen aber diejenigen Hunde sofort einschläfern, die mit ebensolchen innerartlichen Mitteln (Aggression) antworten oder sich dagegen zu wehren versuchen. Wie absurd ist das denn? Mit Fairness hat das nichts zu tun und mit Vertrauen, Bindung und Sicherheit erst recht nicht. (Copyright by Claudia Hauer, 1. Vorsitzende des TSV Welpennothilfe e. V., Weitergabe, Vervielfältigung unter Angabe der Quelle und der Autorin)

Tags: ,
Abgelegt unter Allgemein, Erziehungsmethoden, Was ist Gewalt in der Hundeerziehung? | 14 Kommentare »