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Drum prüfet, wer sich bindet oder wer Welpenspielgruppen oder Welpenpräge-Tage besuchen möchte

Erstellt von Claudia am Donnerstag 22. April 2010

Viele Menschen, die sich in unserem Tierschutzverein für einen Hund bewerben und im Fragebogen auf die Frage stoßen „Wollen Sie mit Ihrem Hund eine Hundeschule besuchen“, kreuzen in Erwartung, dass wir diesen Umstand ganz sicher begrüßen werden, freudig ein „Ja, natürlich“ an.

In früheren Zeiten hätten wir uns über diese Aussage ganz sicher gefreut. Früher glaubten wir noch uneingeschränkt an die Qualität und die Kompetenz von Hundetraining und Hundetrainer. Ja früher leuchteten unsere Augen, wenn wir hörten, der neue Hundehalter würde sich in fachkundige Begleitung und Führung begeben. Er stünde nicht alleine da, mit den Sorgen und Nöten und vor allem nicht mit seinen vielen Fragen über die „Terra incognita“ Hundehaltung und -erziehung. Es geht schon los beim ersten Einkauf: Halsband oder Brustgeschirr? Flexi oder Lederleine? Kurz oder lang? Schellen oder Halti? Ist der frischgebackene Hundehalter dann erst mal in die Gassi-Runden seiner Umgebung integriert, so führt sich dies fort: Klapps oder Klicker? Alphawurf oder Schnauzgriff? Wattebäusche oder Ignorieren?

Die Zeiten ändern sich und immer mehr Fachleute, Hundetrainer und Tierschützer haben Welpenspielgruppen und sogenannte „Prägetage“ genauestens unter die Lupe genommen. Ein Großteil der Leute, zu denen auch ich gehöre, geben nunmehr den Rat: „Gehen Sie lieber nicht in Welpenspielgruppen!“. Warum das so ist, will ich Ihnen im Folgenden erklären.

Ich persönlich habe aus den vielen Jahren der Tierschutz- und Hundetrainingsarbeit lernen müssen, dass die Grundlagen für späteres Problemverhalten eines Hundes häufig bereits beim Besuch einer schlechten Welpenspielgruppe gelegt wurden. Die in typischen „Welpengruppen“ häufig anzutreffenden Massen-Ansammlungen von Welpen unterschiedlichster Couleur bilden leider einen optimalen Nährboden für ein künftiges Aggressionsverhalten des Welpen gegen Artgenossen.

Ich möchte Ihnen nachfolgend einige Anhaltspunkte dafür geben, ob Sie es mit einer gut geführten Welpenspielgruppe zu tun haben.

Wer mit Geilgeiz-Angeboten wie „Kommen Sie zu unseren kostenlosen Welpenspielgruppen“ lockt, hat deutlich besonders finanzielle Interessen im Sinn. Menschen neigen dazu, bei „kostenlos“ sofort zuzugreifen. Nicht immer ist dieser Charakterzug aber von Vorteil, auch nicht bei der Entwicklung eines Hundes, denn wenn viele Menschen das Lockangebot nicht hinterfragen, werden Sie mit Sicherheit vielen schnäppchenbegeisterten Welpenbesitzern auf dem Hundeplatz begegnen. Wo sich viele Welpen vereinen, sind auch viele Rassen, Größen und Altersgruppen vertreten. Da gibt es die rüpeligen 12-wöchigen Draufgänger-Schäferhunde genauso wie die schüchterne, kleine erst neun Wochen alte Mischlingshündin, die angesichts der Ansammlungen von Welpen am liebsten im Erdboden versinken würde.

Gleich zwei Irrtümern unterliegen wir Menschen an dieser Stelle: Hunde sind zwar keine Wölfe, aber dennoch hörte ich noch niemals, dass sich Welpen verschiedener Rudel, Rassen und Familien zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Tag verabredet hätten, um mal eben ein wenig miteinander zu spielen und in Kontakt zu treten. Diese „Welpentreffen“ kommen weder bei Wölfen noch bei verwilderten Haushunden vor, sondern ist das Produkt einer vom Menschen geschaffenen Idee, die damit begründet wird, die Welpen bräuchten das ja, um Sozialverhalten zu lernen.

Und damit kommen wir gleich zum zweiten Punkt. Was soll unsere kleine, zarte neun Wochen alte schüchterne Mischlingshündin lernen, wenn sie permanent vom 12-wöchigen-Draufgänger-Schäferhund gemobbt und bedrängt wird? Richtig, folgen Sie nur mutig Ihrem Gedanken! Sie lernt in erster Linie, dass Schäferhunde zumeist Draufgänger sind und sich blöde und rüpelig verhalten und dass es besser ist, sie sich vom Leibe zu halten. Kommt dann noch die Jungspund-Labradorwalze hinzu oder der frühreife Mischlingspfiffi „Rammelmeier“ von nebenan, genereralisiert sich diese Einstellung  zu „Artgenossen sind Mist“ in Nullkommanix. Noch kann sich unsere kleine, zarte neun Wochen alte Mischlingshündin nicht wehren, aber wartet, wenn sie groß ist! Schon bevor sie einen anderen Hund nur richtig sehen kann, wird sie giften und wüten, denn Angriff ist eben doch die beste Verteidigung.

Lassen Sie uns im nächsten Schritt einen Blick auf die Beziehungsebene von Frauchen und unserer kleinen, zarten und schüchternen Mischlingshündin werfen.
Während unser schneidiger „Draufgänger-Schäfi“ die Kleine mal so richtig unter seinen Körper begräbt und lernt, wie er andere Hunde eintütet, steht Frauchen steif und wie angewurzelt da und schaut mit hilflosem Blick zum einzigen Hundetrainer auf dem Platz. Der Hundetrainer erfasst glücklicherweise die Situation auf einen Blick („Frauchen braucht dringend Unterstützung!“) und brüllt über den Platz: „Lassen Sie mal! Das machen die unter sich aus! Das schadet denen nix.“ Frauchen unterdrückt also das beklemmende Gefühl in der Bauchgegend und lässt sich nicht beirren, auch dann nicht, als die kleine Zarte vergeblich Schutz hinter den Beinen ihres Frauchens sucht.
Welche Lektion hat unsere Kleine nun gründlich gelernt? -  Zu Frauchen brauche ich gar nicht erst zu kommen, wenn es brenzlig wird, denn sie beschützt mich sowieso nicht. Ich bin völlig auf mich allein gestellt und muss diese Rüpeleien erstmal ertragen. Hilfe von meinen Menschen bekomme ich nicht. Es interessiert sie nicht, ob ich mich gerade sehr ängstige und mich nicht wehren kann.
Erwarten Sie nun, lieber Welpengruppen-Massenansammlungs-Teilnehmer ernstlich, dass der Hund, sobald er dem Baby- und Kleinkinderalter entwachsen ist, hört, wenn Sie ihn rufen oder er nicht aggressiv auf den Anblick von Draufgänger-Schäferhunden reagiert? Sie haben ihm doch systematisch und in vielen Welpenspielstunden beigebracht, eben kein Vertrauen zu Ihnen zu haben und die Sachen nach Möglichkeit alleine zu regeln?! Jetzt regelt er die Sache alleine und Sie sind immer noch nicht zufrieden?

Weitere Negativ-Elemente kommen häufig beim Besuch von Welpenspielgruppen hinzu:

  • Durch die Massenansammlungen unterschiedlicher Welpen entsteht sehr häufig Stress beim jungen Hund, dessen Nervenkostüm noch längst nicht sicher stabil und fest ist. Stress beim Hund funktioniert genauso wie Stress beim Menschen. Es werden Hormone ausgeschüttet, die vielerlei bewirken, z. B. flüssigen oder breiigen Kot. Beobachten Sie Ihren Hund bzw. seine Hinterlassenschaften mal genau, wenn er sich während oder nach dem Besuch des Hundeplatzes löst und machen Sie sich so Ihre Gedanken …
  • Aus lernpsychologischer Sicht ist es unmöglich, in einer Stress-Situation zu lernen. Diesen Fakt können Sie sich sehr leicht verdeutlichen: Nehmen wir die Führerscheinprüfung, in der Sie gerade stecken. Sie sind mittendrin, mussten vorher schon hundertmal aufs Klo und schlängeln sich nun in Ihrer Praxis-Prüfung durch den Nachmittagsverkehr. Ihre Hände schwitzen, denn Sie wollen unbedingt diese Prüfung bestehen. Während Sie versuchen, all ihr Gelerntes bestmöglich anzuwenden, um die Prüfung zu bestehen, möchte ich Ihnen aber als Fahrprüfer den Rechenweg für die Integralrechnung erläutern. Ich setze voraus, dass Sie in der Lage sein werden, meinen Rechenweg und meinen Erläuterungen zu folgen, so dass Sie nachher zu Hause ganz selbstverständlich die Übungsaufgaben meistern werden. Wie absurd dieses Unterfangen ist, dürfte klar sein, wenn nicht, machen Sie doch einmal die Probe aufs Exempel.
  • Welpengruppen, so haben wir gelernt, sind eine Ansammlung von Welpen. Kein einziger erwachsener Hund reguliert zumeist den Kindergarten. Lassen Sie mich auch hier die Absurdität dieser von Menschenhand geschaffenen Situation verdeutlichen. Nehmen wir an, Sie haben ein Kind, vielleicht drei Jahre alt. Es wird Zeit, Ihren Nachwuchs im Kindergarten anzumelden, um es zu fördern und ihm das Spiel mit „Artgenossen“ zu ermöglichen. Gleich zwei Fragen stellen sich mir dann: Würden Sie Ihr Kind in eine Kindergartengruppe ohne Erzieher geben, die Streitereien schlichten, anleiten, helfen, trösten und ermutigen oder auch Grenzen setzen? Würden Sie garantiert nicht! Die zweite Frage betrifft Ihre Erwartungshaltung: Was glauben Sie, würde Ihr Kind in einer Gruppe ohne Erzieher von den anderen, gleichaltrigen Kindern lernen? – Gutes Sozialverhalten vielleicht? Wie esse ich meine Banane richtig? Die Antwort ist einfach: Ein Kleinkind würde kaum etwas Sinnvolles von seinen Kindergarten-Freunden lernen, wenn keine Erwachsenen die Gruppe leiten und führen würde. – Und wie kommen Sie dann darauf, dass Ihr Welpe von den anderen nicht ausgereiften Welpen seiner Gruppe lernt und vor allem was? Sollte dann doch ein "Alt-Hund" mit auf dem Platz sein, so beobachten sie sein Verhalten gegenüber den Welpen genau – denn auch hier gibt es immense Unterschiede in der Qualität! Ein tyrannischer, aufgedrehter Alt-Hund, der mal eben unseren Welpen zeigt, wer hier das Sagen hat, bringt kaum etwas. Qualität zeichnet denjenigen aus, der dämpft, wenn es zuviel wird und sehr dosiert zurechtweist und Grenzen setzt, wenn es denn sein muss.

Lassen Sie uns an dieser Stelle festhalten, was in den ersten Wochen und Monaten nach Ankunft eines Welpen grundlegend und wichtig ist:

  • Kennenlernen und ruhiges Ankommen in der neuen Heimat
  • Vertrauensaufbau und Bindungsarbeit mit dem Welpen
  • Kennenlernen von anderen Tieren des täglichen Lebens wie Katzen, Kleintiere, Pferde etc.
  • Kennenlernen von alltäglichen Alltagssituationen wie Autofahren etc.   
  • Sozialkontakte mit sozial sicheren, positiv gesinnten Artgenossen

Besser als eine Welpenspielgruppe ist eine gemischte, überschaubare Gruppe von sicheren Hunden. Hier kann der Welpen junge und alte, große und kleine, männliche und weibliche Artgenossen mit ihrem differenzierten Verhaltensrepertoire kennenlernen. Unser Welpe hat die Möglichkeit, zu lernen, dass er mit dem Einen spielen kann und mit dem Anderen eben nicht. Er lernt, dass wildes Drauflosstürzen zumeist wenig Anklang bei Erwachsenen findet und auf die Signale und die Kommunikation seiner Artgenossen zu achten.

Sollte unser Welpe also niemals mit anderen Welpen spielen? – Doch natürlich, aber achten Sie darauf, dass Sie nicht dulden, wenn ihr Welpe gemobbt oder mit Reizen nur so überflutet wird. Besser für das Nervenkostüm Ihres Welpen und für sein Sozialverhalten ist es zumeist, wenn Sie Ihr Hauptaugenmerk zunächst auf oben benannte Punkte richten. Ist dann aus Ihrem Welpen ein Junghund geworden (so mit vier, fünf Monaten), haben Sie hoffentlich eine feste Basis gelegt und können dann immer noch in eine Hundeschule zum Erlernen von Grundkommandos oder ähnlichem gehen.

Bestehen Sie dort gemeinsam ruhig und sehr dosiert die Abenteuer eines Hundeplatzes. Geben Sie stets Sicherheit und achten Sie auf mögliche Stress-Anzeichen wie Hecheln, geweitete Augen, Schütteln, häufiges Urinieren, dünner Kot etc. Sollte Ihr Hund eher zu den Draufgänger-Hunden gehören, so setzen Sie ihm Grenzen.

Achten Sie ggf. beim Besuch von Welpenspiel- oder Junghundegruppen darauf, dass die Anzahl der teilnehmenden Hunde überschaubar ist (nicht mehr wie vier bis max. sechs Hunde gleichzeitig). Wenn erwachsene Hunde dabei sind, die das Geschehen regulieren sollen, so schauen Sie sich genau die Art und Weise des Einschreitens des Althundes an. Bei einer Maßregelung eines erwachsenen Hundes sollte der Welpe danach keinerlei sichtbare Angstanzeichen gegenüber dem Erwachsenen zeigen. Wie bei einem Kind auch, das gerügt wird, sollte der Welpe kurz innehalten und sich danach wieder seinem Spiel zuwenden. Zeigt er anhaltende Angst gegenüber dem Althund, so war die Zurechtweisung in Art oder Umfang nicht in Ordnung.

Gute Welpenspielgruppen zeichnen sich nicht als einstündige „Jetzt geht’s los und wir toben bis der Arzt kommt“- Veranstaltung aus, sondern werden sehr individuell unter Berücksichtigung der Charaktere der Welpen geführt. Es sollte auch Phasen des Ausruhens berücksichtigt werden, auch wenn Sie noch so froh wären, wenn der Welpe nach dem Besuch der Welpengruppe zunächst mal für mehrere Stunden bei Ihnen zu Hause besinnungslos ins Koma fällt. 

Gute Welpengruppen richten sich in erster Linie an Sie als Hundehalter. Vielfältige Fachinformationen zu allgemeinen Hundethemen wie gesetzliche Vorgaben zur Hundehaltung, richtige Auslastung eines Hundes in all seinen verschiedenen Schwerpunkten, Stubenreinheit und Beisshemmung, Stress bei Hunden etc. sollten Sie mit nach Hause nehmen.

Nach all diesen Ausführungen dürfte es künftig für Sie einfach sein, Welpenspielgruppen nach Ihrer Qualität und ihrer Sinnhaftigkeit für Sie und Ihr Tier zu beurteilen.

Welpenspielgruppen sind häufig ein allzu gutes „Kundenfangmittel“ ala‘ „Ist der Hundehalter mit seinem Hund erst mal auf dem Platz, sorge ich dafür, dass er ewiglich bleibt und löhnt.“ Und richtig, genauso ist es auch, denn teure Einzeltrainingsstunden zur Behebung von Problemverhalten sind oftmals vorprogrammiert. Wie schön, das sichert die eigene Existenz und darum geht es doch oder für Sie doch eher nicht?

Claudia Hauer

PS: Und noch ein Tipp: Nicht überall, wo "gold", "preisgünstig", "Tierschutz" oder "Gewaltfrei" drauf steht, ist selbiges auch drin. Es ist eben das wahre Leben und jeder outet sich durch das, was er tut. Also lassen Sie sich nicht täuschen und prüfen Sie genau, wenn Sie sich binden ;)
 

4 Kommentare zu “Drum prüfet, wer sich bindet oder wer Welpenspielgruppen oder Welpenpräge-Tage besuchen möchte”

  1. Moni sagt:

    Guten Tag
    Ich finde es immer wieder schade, wenn Artikel über Welpenspielgruppen damit beginnen, wie schlecht diese doch seien. Um am Ende dann doch wieder zu schreiben, dass es doch auch gute gibt. Viele haben aber evt. gar nicht so weit gelesen und verzichten deshalb auf den Besuch einer gut geführten Welpenspielgruppe. Was ich gerade bei Hundeanfängern als sehr fatal betrachte. Denn wie Sie selber schreiben, geht es gerade in guten Schulen darum, den Menschen bei Ihren ersten Schritten in ein Leben mit Hund zu begleiten und die Weichen richtig zu stellen. Denn wie Vieles ist dem Welpen so leicht beizubringen und so schwierig, dem erwachsenen Hund wieder abzugewöhnen – und das gleiche gilt für eingefahrene Muster beim Menschen im Umgang mit seinem Hund.
    Von dem her fände ich es schön, wenn in einem solchen Artikel den Lesern gleich zu Beginn gesagt würde, dass es gute gibt und wie er diese erkennen kann.
    Moni

  2. Andrea sagt:

    Hallo Moni,
    das ist schön geschrieben und im übrigen finde ich auch reine “Welpenspielgruppen” schrecklich.
    In einer vernünftigen Welpengruppe sollte der Welpe die Möglichkeit haben zu spielen (immer unter Aufsicht von vernünftigen Trainern und auch in einer nicht zu großen und möglichst ausgeglichenen Gruppe) jedoch auch kleine Übungen zu machen, die u.a. auch das Vertrauen zum Besitzer stärkt und den Welpen auch mit den alltäglichen “Gefahren”, wie z.B. verschiedene Untergründe, Rollstühle, Rollatoren, Fahrräder, Pferde, Roller, Motorroller, Kinderwagen… na, ja, ihr wisst schon, in Kontakt zu bringen. Grundsätzlich ist eine gute Welpengruppe ein super Start in ein Hunde-Mensch-Kombi Leben und ich finde es ebenfalls schade, wenn Neuhundebesitzer aufgrund von Artikeln, die mit “Welpenspielgruppen braucht man nicht” abgeschreckt werden.

    So, ich hoffe, ich war nicht zu lang und zu öd.
    Viele Grüße
    Andrea

  3. Claudia sagt:

    Und ich finde es immer wieder schade, wenn Artikel nicht richtig gelesen werden, um dann den Sinn zu entstellen oder auf eine Pauschalaussage zu begrenzen alà “Welpenspielgruppen braucht man nicht”.

    Es gibt ganz sicher seriöse und gut geführte Welpenspielgruppen – jedoch ist das nicht die Regel, sondern vielmehr die Ausnahme.

    Über die Sinnhaftigkeit einer Welpengruppe lässt sich streiten. Wenn wir mal die Definition “Welpe” unter den von Andrea aufgezeigten Aspekten “alltägliche Gefahren” und das genannte Groß-Programm Untergründe, Rollstühle, Rollatoren etc. anschauen, so frage ich mich, ob dies innerhalb eines Welpenzeitrahmens – gehen wir mal von der 9. bis zur 14. Lebenswoche aus – nicht zu viel ist. Wenn im gleichen Maße auch noch Kommandos eingeübt werden, welpentypische Bodenarbeit absolviert und nebenbei noch unter den Welpen gespielt wird, kommen mir Zweifel. Wir reden ja hier nicht über Junghundegruppen. Bei Welpen ist häufig “weniger mehr”, damit überhaupt erst einmal ein stabiles Nervenkostüm aufgebaut werden kann. Aber das ist meine persönliche Ansicht.

    Anliegen meines Artikels ist es: Halter wachzurütteln, die Verantwortlichkeit für die Auswahl einer Welpengruppe zu wecken, die manchmal Auswirkungen auf das ganze Leben eines Hundes hat sowie auf das Miteinander von Hund und Mensch. Und natürlich Hilfestellung zu geben, um erkennen zu können, wann ist eine Welpengruppe schlecht und wann nicht.

    Und wenn Hundetrainer von “kostenlosen Großkampf-Welpengruppen” abkommen und sich eher an die Organisation kleiner, gut durchdachter und strukturierter Welpengruppen machen, die dem Halter Sicherheit und Verständnis für seinen Hund vermitteln und den Welpen nicht überfordern, um so besser! Dann hat es sich doch alle mal gelohnt.

    Liebe Grüße
    Claudia Hauer

  4. Christine sagt:

    Hallo zusammen,

    ich persönlich fand den Artikel, auf den ich durch Zufall gestoßen bin, klasse! Ich bin mittlerweile Besitzerin von 3 Hunden im Alter von 13 Jahren, 2 Jahren und 9 Wochen und war mit keinem meiner Hunde in einer Welpenspielstunde. Bisher hatte ich immer Glück, dass es in der Nachbarschaft genügend Welpen gab die man zufällig auf der Hundewiese für ein kurzes Spielchen traf. Meine zwei und der dritte hoffentlich dann auch, sind super sozialisiert, verstehen sich mit Artgenossen, Katzen und sind natürlich sehr menschenbezogen. Fahren U-Bahn, Zug, Auto und was es sonst noch so alles gibt. Ich kann sie überall mit hinnehmen ohne das sie Stress bauen, alleine bleiben im Hotel kein Problem. Einfach tolle Hunde. Ich bin tatsächlich der Meinung dass dies daran liegt, das sie eben bis heute noch keinerlei negative Erfahrung mit Artgenossen gemacht haben, weil ich hier schon dafür sorge, dass niemand gemobbt wird, ich mich in den ersten 16 Wochen darauf konzentriert habe ihnen möglichst so viel wie möglich zu zeigen und natürlich die erwachsenen Hunde den jeweiligen Welpen mit erzogen haben. Deshalb werde ich auch bei unserem “Jüngsten” keine Welpenspielstunde besuchen, sondern für möglichst viel Kontakt mit netten Artgenossen im Alltag sorgen. Für mich hat das immer super funktioniert und ich bin schon oft auf meine toll sozialisierten Hunde, manchmal sogar neidisch, angesprochen worden.

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