Sag “NEIN” zu Gewalt in der Hundeerziehung!

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Stellen Sie sich vor ….

Erstellt von Claudia am Samstag 24. Januar 2009

… Sie wären ich. Ein “Ich”, dass da Tierschützerin heißt, jemand der mit viel Herzblut und immensen Aufwand junge Tiere aufzieht und bewusst und in voller Verantwortung prägt. Jemand, der Aufklärung betreibt, immer und immer wieder erklärt und kämpft. Kämpft gegen alte Hunde-Erziehungsregeln, gegen Alphagefasel und Dominanzspielerein, gegen Unterdrückung und Kadavergehorsam. Jemand der für einen vertrauensvollen Umgang mit Tieren und von Fairness spricht.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten irgendwann einmal Welpen großzogen. Es waren ganz normale, muntere Welpen, sehr liebe, verkuschelte und unkomplizierte Welpen. In gar nichts verhaltensauffällig. Auch selbstbewußte und kluge Welpen. Welpen, die das Vertrauen zum Menschen wie Muttermilch mit in die Wiege gelegt bekommen haben. Welpen, die nie auch nur ansatzweise Angst vor Menschen haben und jeden freundlich begrüßten.

Und stellen Sie sich vor, nach einigen Jahren treffen Sie einen dieser Welpen wieder. Sie haben ihn in eine sehr warmherzige, menschliche und gute Familie vermittelt. Sie hatten hin und wieder an ihn gedacht und stets ein gutes Gefühl gehabt. Sie bemerken nichts, als sie ihn wiedersehen. Er spielt mit Deinem Hund. Er kommt freundlich auf Zuruf. Man kommt ins Gespräch. Und plötzlich fallen Sätze wie: “Er hat massive Ängste vor Menschen entwickelt. Es begann in der Pubertät.” Sie hinterfragen genau, wie die Entwicklung verlaufen ist: Hundeschule 1: Leinenrucks, Alphawurf, Extrem-Stressing Hundeschule 2: 1. Stunde – Alphawurf & Schnauzgriff.

So warmherzig die Besitzerin auch ist, so konnte sie als Laie nicht erkennen, was ihrem Hund angetan wurde, wie tief zerrüttet die Vertrauensbasis ist. Er zeigte in der Hundeschule mit aller Macht und sämtlichen Stress-Symptomen (Unruhe, Zappeln, Gähnen, Kratzen, Koten …), dass dies nicht der richtige Ort ist. Irgendwann resignierte er. Der Mensch konnte zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht verstehen. Was läuft falsch, wenn aus einem Kuschelhund ein Hund wird, der nicht (mehr) gerne schmust?

Und plötzlich ist es wieder “Ihr” Hund, der Hilfe braucht. Es ist “Ihr” kleiner Welpe, für den Sie Verantwortung tragen, ein Leben lang.

Und Sie fragen sich, ob Ihre Arbeit einen Sinn macht. Wenn Vertrauen durch Unwissenheit, nicht durch bösen Willen oder mangelnde Liebe zum Tier, wieder zerstört wird.

Wie wird es beim nächsten Welpen sein, den Sie großziehen? Den Sie wochenlang um sich haben, Tag und Nacht? Können Sie es übers Herz bringen, ihn in die Ungewissheit der Welt zu entlassen? Wenn das nächste Notfellchen an die Tür klopft, werden Sie sie öffnen? Wie oft noch werden Sie dieses Risiko eingehen?

Claudia Hauer

5 Kommentare zu “Stellen Sie sich vor ….”

  1. Celine sagt:

    Na und da sagen manche Leute noch die Hundeschule macht den Hunden Spaß. Die vermurxt den Hunden und deren Haltern oft das Leben weil sie dort so falsch arbeiten. Sie schwärmen von Sprühhalsbändern und der Halter wenn er Anfänger oder unsicher ist glaubt das natürlich auch. Und wenn der Hund dann plötzlich Angst vor Dingen kriegt die er sonst ignoriert hat hat dann der Halter das Problem. Im empfehle jedem Anfänger: Hören sie auf ihr Herz und tun sie nicht nur das was ihnen andere sagen. Würde er sagen: “Batman existiert und fliegt nachts um die Häuser!” Würden sie das auch glauben? Und dieses Bestimmerische wie “Der Hund darf nicht im Bett oder aufs Sofa weil nur Alphatiere auf erhöhte Plätze dürfen” Das ist längst überholt. Wer es als unsauber empfindet der soll es lassen. Es nimmt ihnen keiner übel.

  2. Sindy sagt:

    Auch wir waren leider in Hundeschule 1 und 2 und unser Hund hat uns mit Meideverhalten (was damals als Aufmüpfigkeit und “der will nur seinen Willen durchsetzen” interpretiert wurde), absolutem Stress und späteren körperlichen Beschwerden sagen wollen, dass ihm das Alles nicht gut tut.
    Leider habe ich es erst spät realisiert und komplett umgedacht – Dominanztheorie und Kadavergehorsam gehören bei uns seit 1 einhalb Jahren der Vergangenheit an und eingezogen sind Respekt, Verständnis, Vertrauen und ganz viel Liebe. Von beiden Seiten. Unser Hund-Mensch-Verhältnis war nie so gut und die Harmonie nie so groß.
    Leider wird man als Laie und Anfänger noch zu oft falsch beraten. Leider überwiegen noch die “Dominanzler”, aber glücklicherweiße wird die Welle derer, die wirklich Verstehen, wie Hunde “ticken” immer größer und irgendwann werden auch die letzten Hundeschulen “nach alter Schule” überrollt. Bis dahin kann man nur weiterhin Aufklärungsarbeit leisten und den Leuten Mut machen, sich von Hundeschulen abzuwenden, die ihnen nicht zu sagen und wo der Hund nur drangsaliert wird (meist noch mit dem Zusatz “aber für positive Dinge bekommt er dann ja ein Leckerlie”).

    Toller Artikel, mach weiter so!

  3. Bobbytami sagt:

    Selbstverständlich bin ich gegen Gewalt! Es gibt für mich überhaupt keinen Grund, Gewalt gegen mein/e Schützling/e anzuwenden!!!! Leider musste ich erfahren, als ich eine Welpen-/Hundeschule für meinen Schatz suchte, dass ich vermutlich die Einzige weit und breit bin, die liebevoll, respektvoll, freundschaftlich und trotzdem durchsetzungsfähig mit meinen Hund umgehe.
    Ich war entsetzt darüber, dass offensichtlich viele Hundehalter ihre Tiere nur als Frustabladeobjekt betrachten!!!
    Dann dürfen sie sich auch nicht wundern, dass ihre Hunde ein Leben lang gestört sind. Ich selbst hätte überhaupt keine Lust, über Jahre hinweg mit einem verhaltensgestörten Tier durch die Gegend zu gehen…
    Logisch ist doch: So, wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es heraus.
    Und: Gewalt erzeugt Gegengewalt.
    Heute, zurückblickend auf 5 Jahre, hat es sich bestätigt: Ich habe einen Super-Hund ohne Psychomacken/Ängste/Störungen/Beißattacken – wir sind allerbeste Freunde, unser Vertrauen zueinander ist grenzenlos. Ich verlass mich auf ihn, er sich auf mich. Toll finde ich auch, dass er sehr sozial ist. (Natürlich mag er bestimmte Hunde auch nicht, merkwürdigerweise sind es genau die Verhaltensgestörten. Aha, siehe da!)
    Als Belohnung und Anerkennung habe ich ihm vor einem Jahr seinen Herzenswunsch erfüllt: eine Spielkameradin (kastriert). Täglich zeigt er mir seine Dankbarkeit. Sein Glück ist nun perfekt.
    Gruss an alle, die respektvoll mit ihren Tieren umgehen!

  4. Bobbytami sagt:

    …. Übrigens dürfen meine Hunde auch aufs Bett, die Couch, die Sessel… Sie sind gleichberechtigt, trotzdem bin ich ohne Diskussion das “Alphatier”!
    Ich habe mich schon immer gewundert, wieviel Mist zu diesem Thema gesagt und geschrieben wird… und wieviele Frauchen und Herrchen Probleme mit ihren Hunden haben. Bei mir gibt es nicht mal das geringste Problem dazu.

    Ich gehöre auch zu den Menschen, die von sich aus mit ihren Tieren sprechen. Wenn ich das Haus verlasse, sage ich meinen Hunden, warum, wohin, wielange… Ein zwei kurze Sätze. Fertig. “Ich geh einkaufen.” Oder “Ich geh in den Keller. Komme gleich wieder…” Kein Gebell!
    Würde ich aber kommentarlos das Haus verlassen, dann ist Dauergebell angesagt, bis der Nachbar meckert.
    Jedesmal wenn ich das jemandem erzähle, glotzt derjenige äußerst verwundert. Wieso?
    Ich mache das doch auch innerhalb der Familie. Oder ist es heutzutage nicht mehr üblich, Ansagen zu machen, wenn man das Haus verlässt???? Ist die heutige Gesellschaft sprachlos geworden???

    Grüße an alle, die auf ihr Herz hören und tatsächliche Tierliebhaber sind.

  5. Angie sagt:

    Solange Hundetrainer schlecht und in kürzester Zeit “ausgebildet” werden -
    solange unser Statt Gewalt bei Tieren unterstützt -
    solange es auf Hundeplätzen mit Gebrüll und Gewalt zugeht -
    solange das sog. Dominanztraining “normal” ist (und das nimmt ja oft erstaunliche Formen an)
    … und solange psychische Gewalt nicht einmal erkannt und als “sanfte Hundeerziehung” ausgegeben wird
    … solange wird sich kaum etwas ändern!

    Noch immer – oder sogar immer öfter – werden Verhaltensänderungen oder gar normales Verhalten am Hund “therapiert” statt erst einmal dem Menschen den vernünftigen Umgang mit Hund nahe zu bringen.

    Ist es nicht auch schon Gewalt, einen Welpen am Halsband zu führen statt am Geschirr, zumal die Gefahr groß ist, dass so ein Puppy voll in die Leine springt?

    Es wird einfach Zeit, dass der Mensch seinen Verstand einschaltet und Tiere nicht mehr als minderwertig gelten.

    Es grüßt Euch
    Angie

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