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Absurditäten in der Hunde-Erziehung: Der “Schnauzengriff”

Erstellt von Claudia am Samstag 24. Januar 2009

Momentan geistert ein alt-neues "Allheilmittel" durch die Hundeerziehungswelt: Der "Schnauzengriff".  Da er in aller Munde zu sein scheint und ich selbst sehr vernünftige Menschen damit irgendwie "herumhantieren" sehe, möchte ich hier mal meine Beobachtungen und Sichtweise darlegen. Ich beobachte schon seit längerem Hunde im Zusammenleben und der Aufzucht von und mit Welpen aller Altersklassen und vielerlei Rassen und deren Mischlinge. Im Grunde ist mein Heim nie ohne wenigstens einen Welpen, der in Not geraten ist. Vielleicht können meine Beobachtungen und die Rückschlüsse, die ich aufgrund dessen gewonnen habe, einigen "Schnauzengreifern" Denkanstösse vermitteln oder Menschen gar nicht erst zu "Schnauzengreifern" werden lassen. Zunächst einmal für die Ahnungslosen: Was ist eigentlich ein Schnauzgriff? In den Hundeschulen wird der Schnauzgriff als Griff von oben über die Schnauze mit mehr oder weniger großen Druck (je nach Veranlagung und Brutalität des Hundetrainers) gegen die Lefzen auf die darunter liegenden Zähne gelehrt. Einige Trainer meinen, bei einem "erfolgreich" und korrekt ausgeführten Schnauzengriff müsse der Welpe laut aufschreien, denn nur so sei es richtig. Ich persönlich stufe den Schnauzengriff als körperlichen Übergriff auf ein empfindliches und äußerst sensibles Körperteil des Hundes, nämlich den Fang, ein. Abgeleitet wird der Schnauzengriff von etwaigen Beobachtungen der Mutterhündin mit ihren Welpen. Im Internet offenbaren sich Horror-Szenarien und Beschreibungen. Es heißt beispielsweise: "Die Mutter geht mit ihrem Fang quer über die Schnauze ihrer Jungen und beißt oder kneift kurz zu." Meine Güte, was ist das für eine Brutalität in der Aufzucht! Gar nicht auszudenken, was bei einer derartigen wochenlangen Aufzucht und Maßregelungen für Hunde entstehen! Ich habe im Zusammenleben von Hunden mit Welpen noch nie eine Hündin gesehen, die ihren Jungen in den Fang beißt – noch nie! Im Gegenteil, die Hündin ist zumeist äußerst geduldig und ihren Nerven weitaus strapazierfähig. Ich kann bestätigen: Es gibt ein "Über-den-Fang-Greifen". Es ist jedoch eher ein sanftes, nachdrückliches "Stupsen", wenn die erste ebenfalls sanfte Verwarnung oder der Versuch des Abdrängens der Welpen, z. B. von den Zitzen nicht ausreicht. Oft kommt vorher ein Knurren und der Welpe hat zunächst noch einmal die Chance, selbst zu reagieren. Erst wenn die Welpen ca. 7 Wochen alt sind und mitunter etwas zu energiegeladen ältere Gruppen-Mitglieder belästigen, wird der Schnauzengriff schon mal energischer, jedoch keinesfalls so, dass der Welpe laut und massiv und nachhaltig aufschreit. Irgendwann im Verlaufe der Zeit werden die Schnauzgriffe immer seltener und es reichen zumeist die ganz normalen altbekannten innerartlichen Kommunikationsmittel. Es ist albern und absurd, Ihren fast erwachsenen oder erwachsenen Hund mit einem Schnauzengriff zu maßregeln. Mal ehrlich, würden Sie Ihren Ehemann oder Ihre Ehefrau auch mit Stuben-Arrest oder Fernseh-Verbot belegen? Es ärgert mich immens, wenn Leute, die noch niemals Mutter und Welpen aufgezogen und beobachtet haben, vorschnell solche Erziehungsmittel übernehmen, anderen kluge Ratschläge erteilen und dann auch noch tönen: Das macht doch die Mutterhündin auch so mit ihren Welpen. Bitte fragen Sie künftig diese Leute, die Ihnen zum Schnauzengriff raten, woher sie ihre Erfahrungen beziehen. Wieviele Welpen mit ihren Müttern sie schon in der kompletten Zeit der Aufzucht beobachtet haben? Fragen Sie nach! Mehrere Probleme gibt es, über die die "Schnauzengreifer" nachdenken sollten: Der Schnauzengriff wird von der Mutter nach meinen Beobachtungen stets nur dann eingesetzt, wenn etwas "zuviel" oder "übermäßig" ist, insbesondere beim Erlangen der Zitzen, bei all zu stürmischen, aufdringlichen Spiel u. ä. Niemals habe ich das Über-den-Fang-greifen beobachten können, weil ein Hund nicht richtig "Sitz" macht oder in der Tierarztpraxis nicht brav neben mir sitzen bleibt. Der Schnauzengriff ist also KEIN Korrekturmittel für unerwünschtes Verhalten, sondern er dämpft vielmehr einen situationsbezogenen Überschwang. Wenn Sie den Schnauzengriff bei Ihrem erwachsenen Hund einsetzen, so bitte ich Sie, mal darüber nachzudenken, wie oft Sie selbst den praktizierten Schnauzengriff bei erwachsenen Hunden beobachten konnten? Gar nicht oder äußerst selten? Aha, und warum glauben Sie, dass dies das geeignete Korrekturmittel für Ihren Hund ist? Schnauzenspielereien, Schnauzenzärtlichkeiten sind übrigens etwas völlig anderes als der Schnauzengriff … Ich oute mich an dieser Stelle als "Anti-Schnauzen-Greifer". Ich bin keine "Mutter-Hündin" und bilde mir weder ein, den richtigen Zeitpunkt für einen Schnauzengriff zu kennen, noch den richtigen Druck auszuüben. Ich bin nämlich nur ein Mensch. Mit welcher Arroganz wir gerade in der Hundeerziehung Mittel aus dem innerartilichen Repertoire übernehmen, ist unglaublich. Wir erdreisten uns, unsere Hunde mit Schnauzengriff und Alphawurf zu belegen und lassen aber diejenigen Hunde sofort einschläfern, die mit ebensolchen innerartlichen Mitteln (Aggression) antworten oder sich dagegen zu wehren versuchen. Wie absurd ist das denn? Mit Fairness hat das nichts zu tun und mit Vertrauen, Bindung und Sicherheit erst recht nicht. (Copyright by Claudia Hauer, 1. Vorsitzende des TSV Welpennothilfe e. V., Weitergabe, Vervielfältigung unter Angabe der Quelle und der Autorin)

14 Kommentare zu “Absurditäten in der Hunde-Erziehung: Der “Schnauzengriff””

  1. Irgendeiner sagt:

    Ich bin der Meinung der Schnauzengriff, kann so, wie er von einem Hund auch angewendet wird, ebenfalls ruhig vom Mensch angewendet werden. Der Schnauzengriff darf kein Schmerz auslösen. Es ist eigentlich auch kein Griff sondern quasi ein “die Hand auf die Schnauze legen”. Er sollte, wie im Artikel erwähnt, selten benutzt werden und dann wenn möglich nur in Situationen in denen der Hund über die Strenge schlägt.
    Das man manchmal den Griff unangepasst anwendet liegt oft daran, das man als Mensch nunmal kein Hund ist und seine Mittel ohne langjährige Erfahrung nicht richtig einzusetzen vermag.
    Den Schnauzengriff richtig angewendet, würde ich nicht zu Gewalt zählen. Es ist genauso ein probates Mittel, wie das körperliche Abdrängen des Hundes oder das beiseite schieben mit der Hand.
    Wie im Artikel beschrieben benutzen Hundemütter den Schnauzengriff ebenfalls und jeder Welpe weiss was gemeint ist. Daher kann er auch von Mensch eingesetzt werden um dem Hund zu sagen, das er gerade etwas zu weit geht. Der Hund versteht das, denn er hat es so von Geburt an von seiner Mutter erlernt/erlebt.
    Der Schnauzengriff wird auch noch unter erwachsenen Hunden praktiziert. Je nachdem wie unsozial sie sind. Erwachsene Hunde sind (sollten)in der Regel so gut sozialisiert (sein), das ein “über die Strenge” schlagen gegenüber anderen Hunden nicht mehr vorkommt. daher sieht man unter erwachsenen Hunden den Schnauzengriff sehr selten. Aber auch dort kommt er noch vor und wird noch genauso eingesetzt, wie es die Mutter damals die Welpen gelehrt hat. Denn den Schanuzengriff verstehen alle von einer Hündin grossgezogenen Hunde.

    Abschliessend gesagt, denke ich das das richtig angewendete “Hand auf die Schnauze legen” in der Hundeerziehung ruhig eingesetzt werden kann um dem Hund klar zu machen, das er zu weit geht. Es sollte nicht das einzige Mittel sein und es sollte eines der letzten Mittel sein.

  2. Josephine Z. sagt:

    Ich habe heute das erste Mal von ihrer Initiative erfahren und möchte DANKE DANKE DANKE sagen!!!!!! Ich habe das Gefühl endlich Unterstützung von “oberster Front” zu bekommen, endlich wird das, was ich seit Jahren predige publik gemacht. Wievielen Leuten in Wald, Feld und Parks habe ich versucht zu erklären, dass sie mehr kaputt machen als richtig. Leider sind diese verabscheuungswürdigen!!! Maßnahmen ja immer noch sehr aktuell, siehe Film und Fernsehen. Was bin ich froh, dass endlich ein Ruck durch diese festgefahrenen, altbackenen, totalitären Erziehungversuche geht.

    Ich weiß ehrlich gesagt garnicht ob ich mich zu diesem oben geschriebenen Kommentar äußern soll…Ich versuche es mal anders…
    Haben sie schon einmal einen total verängstigten Hund bei sich aufgenommen, der sich bei jeder schnellen Bewegung, bei jedem lauten Wort und noch so gut gemeinten Streichler in der hintersten Ecke des Raumes verkriecht. Einen Hund der sämtliches Vertrauen zu Menschen verloren hat. Dieser Hund wurde nicht in einer spanischer Perrera fast zu Tode geschlagen, oder in Griechenland an einem Baum aufgehängt um einen qualvollen, langsamen Tod zu sterben! NEIN, er war ein unbelasteter Welpe, der nur Liebe geben und nehmen wollte…zu seinen Menschen, von denen er hoffte, das sie ihn beschützen und behüten, egal was da kommt und nun versteht er die Welt nicht mehr. Keiner will ihn mehr; “der hört nicht, schnappt nach den Kindern oder Händen, ist nicht mehr stubenrein”. Und wenn man dann nachfragt, wobei man nicht all zu oft eine Antwort bekommt, denn meistens wissen die Leute sehr genau wo der Fehler liegt; dann bekommt man erzählt, wie sie ihrem Hund ( das Tier das ihnen anvertraut wurde, aus dem Schutz der Mutter, das nur die Welt erkunden wollte.Ja, gerne mit jugendlichen Leichtsinn auch mal an die Grenzen gehen wollte) angetan wurde. Sämtliches Vertrauen in “ihren Menschen” verloren haben. KEIN WUNDER, wie soll ein Hund verstehen, das ein Kommando wie z.B. “sitz”, bei nicht ausführen, ohne Vorwarnung sofort zu einem Alphawurf führt? Stellen sie sich bitte vor, ihre Grundschullehrerin hätte, als sie ihren Namen noch etwas falsch und unleserlich schrieben, sie ohne Ankündigung geschnappt und auf den Rücken geworfen???? Ich glaube ich wüsste was ich als Mutter dieses Kindes mit der Lehrerin machen würde…warum hören wir so wenig auf unser Innerstes in der Hunderziehung?
    Widerstrebt es uns immer noch nicht körperlich zu maßregeln, haben wir so wenig aus Vergangenem gelernt?
    Was nun also tun mit einem solchen Hund? Die kleine Hundeseele ist verletzt und wird wohl immer große Wunden von solchen Behandlungen tragen. Nun gibt es uns, Tierschützer, die solche Geschöpfe aufnehmen, mit viel Geduld und Liebe versuchen dem Hund zu zeigen, das nicht alle Menschen so sind. Es ist ein langer und mühsamer Weg, mit vielen Höhen und Tiefen, vielen Tränen, vor Freude wie auch Trauer. Solch ein “enttäuschter” Hund braucht lange um wieder zu vertrauen, warum muss erst soviel kaputt gehen, bevor eine Reaktion kommt? Warum muss der Hund erst nach der Hand die ihn streicheln will schnappen? Warum merkt der Mensch nicht endlich das wir keinerlei Recht haben uns über die Empfindungen und Gefühle anderer Geschöpfe hinweg zu setzen und sie “zu unterwerfen”???
    Ich weiß, es ist schwerer ein Vertrauensverhältnis zu einem Hund auf zu bauen und ihm zu zeigen wie die Welt funktioniert, als ihn einfach mit Gewalt dazu zu bringen das er “gehorcht”.
    Menschen, versteht doch bitte das der Hund die von Menschenhand geschaffene Welt nicht versteht. Wir müssen ihn langsam heran führen. Wann bitte zwingt die Hundemutter ihre Welpen zu einer Art “sitz”. Also in all den Jahren, in denen ich Hunde halte habe ich so etwas noch nie gesehen, der Hund macht so etwas uns zu Liebe, um zu gefallen. Er möchte seinen Menschen gefallen und mehr nicht.
    Ich möchte keine verängstigten und geschunden Geschöpfe mehr sehen, sondern glückliche Hunde, die aus Vertrauen und Freude am lernen hören. Denn wenn uns ein Geschöpf so bedingungslos vertraut und uns alles was es hat nämlich seine ganze Liebe schenkt, sollten wir dann so mit ihm umgehen?

    PS: All meine Hunde kamen aus dem Tierschutz (Tierheim, Spanien, direkt aus schlechter Haltung) und alle waren so genannte Problemhunde, Angstbeisser, schlecht oder garnicht sozialisiert, verwahrlost und doch haben alle das Vertrauen zum Menschen wieder gewonnen und sind wesensfeste, charakterstarke Hunde geworden. Ich habe mit jedem meiner eigenen Hunde die Begleithundeprüfung abgelegt und wenn man solche Hunde mit Liebe und Sachverstand wieder “hinkriegen” kann, was meinen sie was dann mit einem unbelasteten Welpen alles möglich ist???
    Liebe Grüße Josephine Z.

    Noch eine Frage zum Schluss: Wie kann ich helfen?
    Setzen sie sich gerne mit mir in Verbindung. Flyer, Plakate oder sonstiges…
    Noch einmal danke!

  3. Henrik sagt:

    Hallo Josephine Z. !
    Wir danken Ihnen für Ihren Kommentar. Leider sind auch wir nicht die “oberste Front”, sondern zunächst einmal “nur” Tierschützer, die die Schnauze gestrichen voll haben, dass ihre Pfleglinge, die in den Pflegestellen in mühevoller Arbeit wieder gelernt haben Vertrauen zum Menschen zu fassen, durch gewaltsame Erziehungsmethoden wieder in die Angst und Isolation zurückgetrieben werden. Die gute Nachricht ist aber, dass wir scheinbar doch nicht alleine sind. Überall wo wir unsere Aktion vorstellen, finden wir Gleichgesinnte, die uns auch mit Rat und Tat unterstützen wollen! Dann gibt es seit Ende Januar 2009 auch noch den Internationalen Berufsverband der Hundetrainer (IBH), der die gleichen Ziele auf der berufsständischen Ebene verfolgt. Wir alle können zusammen sehr viel bewegen!
    Wie? Ganz einfach:
    - Machen Sie alle Hundehalter auf unsere Aktion und den IBH aufmerksam.
    - Verurteilen Sie weiterhin mutig und sachlich gewaltsame Erziehungsmethoden und zeigen Sie unermütlich auf, dass es mindestens ebenso erfolgreiche gewaltfreie Wege des Miteinander von Mensch und Hund gibt.
    - Ermutigen Sie verunsicherte Hundehalter dazu die gewaltsamen Erziehungsmethoden der “Halbgötter in Anglerweste” zu hinterfragen und anzuzweifeln. Rüdes Verhalten gegenüber Halter und Hund ist gerade kein Indiz für ein gutes Training!
    - Verweisen Sie auf unser (leider noch nicht fertiges) Merkblatt und den IBH, der (bald) gewaltfrei arbeitende Hundetrainerinnen/-trainer und Hundeschulen auf seiner Website aufführen wird. Hier wird es in Kürze auf breiter Ebene Alternativangebote für die verunsicherten Hundehalterinnen/-halter geben.
    - Ihnen wird sicherlich noch mehr einfallen, bis wir Ihnen unser Merkblatt geschickt haben. ;-)

  4. Georgia sagt:

    Ich möchte nur alle darauf hinweisen, daß es nicht nur den IBH gibt, sondern – und das bereits seit zehn Jahren – auch den Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) e.V., der seit Gründung für eine gewaltfreie Hundeerziehung eintritt und in diesem Sinne auch Trainer ausbildet. Darüber hinaus hat der BHV im letzten Jahr erreicht, daß der Hundetrainer nunmehr ein Ausbildungsberuf (mit IHK-Anerkennung) ist und hoffentlich bald jene Leute vom Markt verschwinden, die ohne Qualifikation und Hintergrundwissen sich als “Hundeausbilder” bezeichnen! Die Website des BHV ist die http://www.hundeschulen.de!
    Liebe Grüße Georgia (zertifizierte Trainerin im BHV e.V.)

  5. Henrik sagt:

    Hallo Georgia,
    danke für Deinen Kommentar. Er gibt mir gleich noch einmal die Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass unsere Aktion verbandsunabhängig ist und sich nicht nur an zertifizierte oder nichtzertifizierte Ausbilderinnen und Ausbilder bzw. Schulen etc. richtet, sondern auch an andere Tierschützer, in erster Linie aber an den "einfachen Hundehalter." Klar doch, neben dem IBH gibt es selbstverständlich auch noch den BHV, den VDH und noch viele weitere Verbände; Andere Verbände und Interessengruppen, die ich eben nicht erwähnt habe, mögen mir an dieser Stelle verzeihen.

    Uns geht es um Vertrauen und Bindung, partnerschaftlichen, respektvollen und gewaltfreien Umgang von Mensch und Hund, Führung und Lenkung des Hundes statt Unterordnung und Kadavergehorsam ….  

    Wer diese Ziele und unsere Aktion unterstützt, ist uns egal ob IBH, BHV, VDH oder "XYZ" herzlich willkommen. Das Gros der Mitglieder und Unterstützer des Welpennothilfe e.V. ist Tierschützer. Insoweit sind für uns Verbandskonkurrenzen oder gar -animositäten unwichtig, solange sie nicht unsere Arbeit behindern.

    Trotzdem möchten wir aber auch betonen, dass uns der klare und vorbehaltlose Standpunkt des IBH zur gewaltfreien und respektvollen Hundeerziehung schon beeindruckt. Dazu gibt es kein Wenn & Aber in der Satzung des IBH, während sich sich die Mitglieder des BHV wohl lediglich dazu verpflichten "g r u n d s ä t z l i c h  bei der Hundeerziehung, -ausbildung und Verhaltenstherapie auf Erziehungshilfen zu verzichten, die Schmerzen und Leiden bei Hunden auslösen" (siehe § 5 der BHV-Satzung).
    Das ist uns deutlich zu wenig. Daher werden wir im Rahmen unserer Aktion weiterhin den IBH in den Fokus rücken, dessen Mitglieder vorbehaltlos für eine respektvolle und gewaltfreie Hundeerziehung eintreten.

  6. Aidualc S. sagt:

    Hallo! ich bin neu ein Hundebesitzer. und ich finde eure Seite sehr interessant. Für mich stellt sich allerdings die Frage, was darf ich bzw. wie kann ich denn meinem Hund klar machen, dass ich ein von ihm gezeigtes Verhalten nicht wünsche? Bisher habe ich ihn (Labrador) dann schon mal im Nacken gepackt und Richtung Boden gedrückt. Aber das ist ja auch Gewalt. Habe auch immer gesagt, dass macht die Mutterhündin ja auch… (Sorry schon mal an meinen Hund). Allerdings nicht in Gehorsamsübungen, da ich wenn ich ein Sitz erreichen möchte den Hund wohl nicht auf den Boden drücken sollte… Ehr in Situationen, wenn er Besuch anspringen wollte oder sich vor meiner Nase an gefundenen Essensresten gütlich tun wollte.
    Ich habe mich auf eurer Seite ein wenig umgesehen, aber keine Hilfen gefunden, wie ich meinem Hund artgerecht klar machen kann, dass er Quatsch macht… Und welches “Zeichen” kann ich setzen, dass mein Hund sehr nachdrücklich zu verstehen bekommt, dass er etwas gar nie mehr wieder tun darf! Wie zum Beispiel draußen Gefundenes fressen. Von einer Freundin der Hund ist nämlich vergiftet worden. Und gerade der Labrador ist ja prädestiniert dafür… Bitte, könnt ihr mir hier Ratschläge geben…

  7. Claudia sagt:

    Hallo, toll, dass die Seite Anregung gegeben hat, nach neuen Wegen zu suchen. Zugegeben, neu ist der Weg der gewaltlosen Hundeerziehung nicht, aber ganz sicher neuer als der gewaltvolle.

    Wir können hier keine gute und moderne Hundeschule ersetzen, das würde sicher zu weit führen. Aber so viel sei gesagt:

    Gerade Labradore wollen stets und ständig ihrem Halter gefallen und diesen “will-to-please”-Charakter kann Herrchen/Frauchen leicht für die Erziehung nutzen. Lobe all das, was gut ist und ignoriere jenes konsequent, was nicht gut ist. Das bezieht sich jedoch nicht auf Gefahrensituationen, wie z. B. das Fressen von Gefundenem draußen. Das erste, was ich meinem Labrador-Welpen beigebracht hatte vor vielen Jahren war der Befehl “Nimms” und der Befehl “Nein”. Das kann Dir jeder gute Trainer beibringen und der Hund hat es innerhalb weniger Minuten raus, dass er eben nicht alles fressen darf, was so rumliegt.

    Wenn der Hund in diesem Zusammenhang “Nein” als klare Grenze für unerwünschtes Verhalten kennenlernt, so kannst Du dann auch in Situationen, in denen der Hund Unerlaubtes tut, mit “Nein” anstelle mit Runterdrücken abbrechen. Ein freundlich und energisch vorgetragenes “Nein” reicht schlichtweg aus.

    Wenn Deine Ehefrau Dich beim Fußball-Schauen stört, sprichst Du doch auch erst mit ihr und drückst Deinen Unwillen aus. Oder wird sie gleich beim Schopf gepackt, geschüttelt und angeschrien?

    Ich empfehle wirklich, eine gute Hundeschule zu suchen, die in Fairness, Vertrauen und Miteinander schult.

    Herzliche Grüße
    Claudia Hauer

  8. Aidualc S. sagt:

    Vielen Dank für die Tipps. Ich muss sagen, dass mein Hund wirklich gut erzogen ist. Sie ist jetzt 1,5 Jahre alt und beherrscht die Grundkommandos der Erziehung auch tadellos. Außerdem befolgt sie Nein und Aus (auch mit Futter). Als Welpe habe ich auch von Anfang an mit ihr trainiert, dass Sachen bzw. Essen, das auf dem Boden liegt bestimmt nicht für sie ist. Dummerweise habe ich nur mit Hundefutter geübt, so dass sie tatsächlich keinerlei Hundefutter draußen vom Boden frisst. Menschenessen frisst sie trotzdem und auch Aas. Aber nur, wenn ich nicht aufpasse und sie unbemerkt in die Büsche kann. D.h. einfach immer aufpassen…
    Trotzdem vielen Dank und Erfolg mit der Kampagne…

  9. Celine sagt:

    Ich denke wirklich genauso. Ich meine, Hand auf die Schnauze legen geht ja noch auf zudrücken und Schnauze zuhalten geht einfach nicht. Man muss doch keine Machtkämpfe mit seinem Hund veranstalten. Ein Hund ist keine Maschine oder ein Fernseher auf den man draufhauen muss damit er wieder geht. Einige Trainer meinen, bei einem “erfolgreich” und korrekt ausgeführten Schnauzengriff müsse der Welpe laut aufschreien, denn nur so sei es richtig. <<<< Was ist denn das für eine Brutalität??????

  10. Celine sagt:

    Ja da ist eben menschliche Arroganz von Hundetrainern. Setzen Anfängern Flausen ins Ohr und behaupten dann auch noch guten Gewissens “Es schadet dem Hund nicht” oder “Es ist wichtig für die Erziehung” und selbst “Wenn sie das nicht tun wird ihr Welpe irgendwann garnicht mehr auf sie hören” Da ist mir klar das so viele Menschen mit ihren Hunden nichtmehr klar kommen. Man kann sich auf die ganzen Trainer nicht verlassen. Wenn man es selber für schlecht hält dann macht man doch nicht, oder?

  11. Anna Schümann sagt:

    Also mein Hund wird in diesem jahr 3 jahre alt, ein Podenco-Goldenret mischling, kastrierter Rüde.

    Man merkt ihm den Podenco leider an, also Charakterlich. Er ist total eigensinnig und Stur. Und leider (was eigentl. ja nicht zum Podenco gehört…) absolut Aggressiv anderen Rüde gegenüber.

    Ich habe schon alles probiert,… Klicker, Pfeiffe, Halti und momentan ist das Erziehunggeschirr an der Reihe.

    Nur die agressivität meines Hundes schränkt es leider nicht ein. Und deshalb kommt bei mir der Schnauzengriff zum Einsatz. Und ich muss sagen, dass es hilft. Sobald er die Nackenhaare hochstellt und anfängt zu knurren, greif ich ihm an die Schnauze, halt Sie ihm zu, sage sitz… und wenn er sich dann hingesetzt hat, lasse ich die schnauze los und gebe ihm ein leckerli.

    Was ich auch dazu sagen muss, das es unserem Verhältnis sehr gut getan hat. Er ist viel aufmerksamer geworden, hört wesentlich besser und schaut mich oft erst an und achtet auf meine Reaktion wenn ein andere Rüde kommt. Mit einigen Hunden spielt er inzwischen sogar schon.

    Trotzdem denke ich, das der Schnauzengriff nicht bei jedem Hund angewendet werden sollte. Meine Tante zu Beispiel hat eine Hündin (noch nichtmal ein jahr!) da ist das gar nicht nötig, weil sie sehr sensibel ist. Das würde Ihren Hund total verstören.

    Aber bei meinem Hund hat es sehr geholfen und dem Verhältnis nur gut getan!

  12. Celine sagt:

    Bei einem erwachsenen Hund wird der Schnauzengriff nicht angewendet. Er müsste eigentlich auch gehorchen wenn du ihm die Schnauze nicht zuhälst.

  13. Katrin sagt:

    Hallo Josephine Z.
    Dein Kommentar ist wunderbar und er spricht mir aus der Seele.Bei viele Hundehaltern hat man den Eindruck, sie leben ein wenig ihre sadistischen Neigungen an ihren wehrlosen Hunden aus, alles natürlich schön unterem Deckmäntelchen der ” Hundeerziehung”.

    ICh finde diese Initiative richtig toll und mehr als nötig und sehr unterstützenswert!!

  14. Dirks Hundeerziehung sagt:

    Wenn wir über Absurditäten in der Hundeerziehung reden, dann kommt mir auch gleich noch ein weit verbreitetes Beispiel in den Sinn: Dem armen Hund auf die Pfoten zu treten, wenn er jemanden anspringt!

    Wie krank ist das denn?

    Da muss man sich doch echt an den Kopf fassen, dass einige Leute das immer noch als “Erziehungs”-Methoden propagieren. Also ehrlich.

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